James Cook betrat am 26. Januar 1777 auf seiner dritten und letzten Reise tasmanischen Boden. Vorher war schon ein Kapitän seiner Flotte, Tobias Furneaux, mit dem Schiff „Adventure“ in der Nähe von Bruny Island (Adventure Bay) gelandet. Durch schlechtes Wetter waren die Schiffe vorübergehend getrennt. Furneaux beschrieb die Ureineinwohner als primitive zurück gebliebene Wilde. Cook jedoch war da, wie schon 1770 in der Botany Bay, anderer Meinung. Tragisch, dass er am 14. Februar 1779 beim Streit um ein gestohlenes Beiboot in Hawaii von Eingeborenen erschlagen wurde.
Der nächste Besucher war William Bligh. Berühmt und in die Geschichte eingegangen als Kapitän der Bounty. Was viele nicht wissen, Blight war bei der dritten Reise von Cook als Navigator mit auf dem Schiff. So steuerte er 1788 auch wieder die Adventure Bay zur Proviantauffüllung an. Seinen Auftrag, Brotbäume zu den Westindischen Inseln zu bringen, konnte er wegen der Meuterei vom 28. April 1789 nicht erfüllen. Aber immerhin waren die von ihm gepflanzten Apfelbäume die Urväter der noch heute herrlich schmeckenden Äpfel Tasmaniens. Noch einmal, nämlich 1793 betrat William Bligh Bruny Island. Auch diesmal misslang die Mission. Nur ein Brotbaum erreichte die westindischen Inseln. Eine der Mitglieder seiner Besatzung auf dieser Reise hieß Matthew Flinders.
Am 28. Februar 1789 landete John Henry Ford an der Ostküste und benannte die Oyster Bay. Der nächste Europäer war der Franzose Joseph Bruni D’Entrecasteaux, der auf der Suche nach den Schiffen von Jean François de Galaup de La Perouse war. 1792/93 erforscht er die Südküste Tasmaniens, den Derwent River und den Kanal zwischen Bruny Island und der Hauptinsel. An der Anlegestelle, dem Watering Place an der Recherche Bay, steht eine Tafel, die an die 21 Tage der Franzosen in Tasmanien erinnert. Die Besatzung fand hier alles, was man zum Leben brauchte. Die befürchteten Übergriffe der Ureinwohner blieben aus. Im Gegenteil. Am 7. Februar 1793 kam es sogar zu einem freundschaftlichen Treffen mit den Ureinwohnern.
La Perouse war 1788 sechs Tage nach der First Fleet in Port Jackson gelandet. Er wollte weiter nach Neu Guinea, wo er nie ankam. Und auch die Mission von D’Entrecasteaux scheiterte. Offizieren und Mannschaften spalteten sich in zwei Lager. Königstreue und Republikaner. Das konnte nicht gut gehen.
Irgendwie hatten die Franzosen kein Glück im Umgang mit den Ureinwohnern Tasmanien. Da war 1792 der Franzose Captain Marc-Joseph Marion du Fresne, der als erster Europäer in kriegerische Auseinandersetzungen mit den Ureinwohnern Tasmanien verwickelt war. Sehr interessant liest sich der Bericht, wie am 7. Mai 1792 die Franzosen ebenfalls wie die Ureinwohner unbekleidet zur Küste ruderten. Auf du Fresne und seine Mannschaft wartete eine Gruppe „glücklicher Wilder“, die in einem Garten Eden lebten. Nach anfänglich freundlicher Begrüßung sahen die Aborigines in der Landung eines dritten Bootes eine Bedrohung. Ein Hagel von Speeren und Steinen trieb die Franzosen wieder auf die Schiffe. Nicht ohne noch vorher durch eine gezielte Salve einen Ureinwohner zu töten und mehrere andere zu verletzten.
Und auch viele Mitglieder der Schiffsbesatzung von Nicolas Baudin, dessen Namen wir bei der Erforschung der Küste Australiens immer wieder finden, wurden von den Aborigines am 14. Januar 1802 verletzt. Baudin segelte nach Sydney, um sich und seine Besatzung zu kurieren. In Weinlaune erzählte einer seiner Offiziere, dass man plane, Tasmanien für Frankreich zu annektieren. Das wollte der damalige britische Gouverneur King unter allen Umständen verhindern. Bei Vögler liest sich der weitere geschichtliche Ablauf so:
Die Tatsache, dass Tasmanien kein Teil Neuhollands war verlieh der Insel damals den Status eines Niemandslandes. King war entschlossen, den Franzosen zuvorzukommen. In einer überstürzten Aktion schickte er einen Abgesandten, Leutnant Robbins, der die Insel offiziell in den Besitz der englischen Krone bringen sollte. Sein Auftrag lautete, die Franzosen, die sich bereits auf der Heimreise befanden einzuholen und ihnen unmissverständlich klar zu machen, dass Tasmanien bereits annektiert sei. „Zum großen Vergnügen der Franzosen entledigte sich Robbins seiner Aufgabe auf eine etwas lächerliche Weise: Kaum war der kleine Schoner vor der King Insel vor Anker gegangen, landete er mit einer kleinen Gruppe seiner Leute, die sich eilenden Schrittes zu den Zelten der Franzosen begaben. Dort hissten sie die englische Flagge, feuerten einige Salven ab, schrieen dreimal Hurra und erklärten die Insel zum Besitz ihres Königs“
Belustigt waren die Franzosen über die Aktion von Robbins auch, weil sie auf einer kleinen Insel (King Island) campierten. Ob Robbins dann im Anschluss die Fahne auch noch auf dem gleich etwas südlicher gelegenen Robbins Island gehisst hat? Es ist unbekannt. Auf alle Fälle erfolgte die Annexion der großen Insel vom kleinen King Island aus.
Ob sich Baudin und Flinders schon vor 1802 trafen? Ich kann es nicht sagen. Beide aber gerieten aber 1802 an der Encounter Bay in Südaustralien, 100 Kilometer südlich von Adelaide, mächtig aneinander.