Die Insel ist mit der Fähre von Sydney oder Melbourne zu erreichen. Eine attraktive Überfahrt, die viele dem zwar schnelleren, aber auch teueren Flug vorziehen.
Jeder, der in Tasmanien war, schwärmt von der Insel. Und wenn die Reise im Januar/Februar, in der Regen ärmsten Zeit, unternommen wurde, noch mehr. Tasmanien zwischen dem 40. und 44. Breitengrad liegend, hat mediterranes, also gemäßigtes Klima. Die Durchschnittstemperatur liegt im Sommer (Dezember bis Februar) bei 21 ºC, im Winter (Juni bis August) bei 12 ºC. Die jährlichen Regenfälle variieren von 2400 mm an der Westküste bis 600 mm in Hobart, das lediglich 120 km weiter östlich liegt und die zweittrockenste australische Hauptstadt ist. Die von Seeleuten gefürchteten Westwinde, die Roaring Forties, sorgen dafür, dass Tasmanien zum reinen Wasser absolut saubere Luft hat. Ein Grossteil der Insel, nämlich ein Drittel, ist Nationalpark. Insbesondere der Südwesten ist in weiten Gebieten unter Schutz gestellt. Die höchsten Berge ragen rund 1.600 m in die Höhe.
Ein erhebliches Problem, das Ranger und Naturschützer haben, entsteht, weil die Regierung jährlich 25 Km² Wald zur Abholzung frei gibt. Der Kahlschlag wird anschließend abgebrannt, um Platz für Neuanpflanzungen zu schaffen. Diese „kontrollierten Brände“ sind nicht ganz unproblematisch und bringen zusammen mit den jährlichen Waldbränden durch Hitze oder Brandstiftung ziemlich große Gebiete in Not. Den uralten Huon Kiefern schadet das Feuer übrigens nicht. Aber darüber später mehr.
In der Energiegewinnung ist Tasmanien vorbildlich. Die Wasserkraftwerke produzieren genügend Strom für Industrie und Bevölkerung. Ein weiteres. Die seit 1989 im Parlament vertretenen Grünen stoppten die weitere Industrialisierung und forcierten den Ausbau der Nationalparkprojekte. Seitdem wird die Tourismusindustrie intensiviert und erweitert.
Einen Vorgeschmack auf den Aufenthalt in Tassy gab „TV today“ im November 2005 bei der Beschreibung einer Gegend an der Ostküste nördlich von St. Helens, der „Bay of Fires“:
“Stellen Sie sich einfach eine Hand voll aneinander gereihter Seychellen-Strände vor, die während der Schöpfung aus Versehen aus dem großen Kasten mit den Einzelteilen gefallen und südlich Australiens gepurzelt sind. Dann nehmen Sie den irischen Küstenwind und das Licht des amerikanischen Südwestens. Packen ein bisschen norwegische Farbpalette dazu, ein paar Sonnenuntergänge aus der Karibik, Hawaiis Wetterwechsel und vielleicht noch eine Portion isländischen Wattebauschnebel. Fertig ist die Bay of Fires in Tasmanien. Gut oder? Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie sind im Urlaub und laufen hier über den Strand, der tasmanische Wind streicht Ihnen durchs Haar, die Möwen kreischen, doch außer Ihnen ist da keine Menschenseele, niemand. N-I-E-M-A-N-D.”

So wie auf dem Bild haben wir die Bay erlebt und genossen. Wir können also obige Milieuschilderung nur bestätigen. Besser kann man es nicht beschreiben.
Zehn „Weltnatur Erbe Gebiete“ gibt es auf Tasmanien, von denen sieben mit den besten Plätzen der Welt konkurrieren können. Der Regenwald des gemäßigten Klimas spiegelt die Situation zu Zeiten Gondwanas, als vor 65 Millionen Jahren der Bruch der Antarktis erfolgte, wieder. Doch nicht nur die fossilen Funde, die unberührte Natur sind Besonderheiten. Nein! Es ist nicht ungewöhnlich in Tasmanien an einem Tag Wetter der vier Jahreszeiten, von glühender Hitze bis zum vernichtenden Regen, zu erleben.