Mt. Wellington

Aussicht vom Mt. WellingtonMalerisch wird Hobart durch einer Kette von Bergen und Hügeln geschützt. Aber es dominiert natürlich der 1270 Meter hohe Mount Wellington. „Kunanyi“ nennen die Ureinwohner den heiligen Berg. Nach dem überlieferten Glauben stärkt das Leben am Fuße des Berges und das Besteigen des Berges das Gemeinschaftsgefühl der Menschen. Für den Touristen stehen drei Möglichkeiten der Wipfeleroberung zur Wahl. Entweder man genießt das Hochgefühl, wenn man vom Parkplatz Chalet in Serpentinen die letzten 270 Höhenmeter zu Fuß bewältigt. Außerdem befindet man sich dann in elitärer Gesellschaft. Bass ist am Christmas Day 1789 bei heftigem Regen, aber nur wenigen Wolken, hier herauf gekraxelt. Und auch 1836 konnte Charles Darwin „den Ruf des Berges“ nicht widerstehen. Schätzte aber hinterher die gesamte Aktion als Dummheit ein. Am 22. Dezember 1837 berichtete der „Hobart Town Courier“ eine Sensation. Lady Jane Franklin hatte als erste europäischer Frau den Berg erstiegen. Beziehungen sind eben alles. Niemand nahm davon Notiz, dass zwei Tage vor Lady Franklin bereits Miss Wendley den Gipfel erklommen hatte.

Ein zweites Argument ist auf alle Fälle die Atem beraubende Aussicht auf Hobart und seine Umgebung. Allmählich führt die Straße in Serpentinen hinauf. Die Organisatoren haben an der Auffahrt Tafeln angebracht, wo man über gesperrte und freie Wegabschnitte schon im Vorfeld informiert wird. Außerdem gibt es noch vier Schranken, die bei schlechtem Wetter die Weiterfahrt verhindern. Immer kahler wird die Gegend. Niedergewächse dominieren neben dem bizarren Gestein. Wer will, kann mit dem Auto bis zum Gipfelplateau fahren. Nicht einmal für das Parken werden Gebühren erhoben. Von verschiedenen Plattformen ist der Blick in alle Himmelsrichtungen möglich. Und der kleine Gipfelrundgang (Pinnacle Walk), der zwischen unterschiedlichen Gesteinsformationen angelegt ist, verbindet die Plattformen.
Das dritte Argument, warum Besucher von Tasmanien unbedingt auf den Mt. Wellington müssen, ist der Panoramablick. Berge, Berge, Berge! Und das erwartet den Touristen überall auf der Insel!

Wobei der Sonnenuntergang, vom Mt. Wellington beobachte, natürlich ein unvergessliches Erlebnis bleibt. Und man kann es kaum glauben, dass ein Berg, den im Winter sogar eine Schneehaube bedecken kann, vor Jahren in Flammen stand. Die Feuerwalze schob sich über die Seitenbereiche bis hinunter in die Stadt. 69 Menschen kamen damals ums Leben. In Kenntnis dessen erklärten sich auch die schwarze Erde und die vielen verkohlten Baumstümpfe an den Hängen.

Ehrlich muß ich aber zugeben, dass der Besuch des Mt. Wellington erst am Ende unserer Tasmanienrundfahrt erfolgte. Das Wetter war bei der Ankunft im Januar zu schlecht. Den Gipfel verhüllte eine dichte Wolkendecke.