Die Bezeichnungen Cape Grim, Rocky Head, Circular Head zeigen, dass Flinders und Bass zunächst die Insel in deren nordwestlichen Bereich erreichten. Besonders belustigte Flinders Circular Head, das ihm wie ein Christmas Cake, also als ein zerklüfteter runder Klumpen, vorkam. Auf Three Hummocks Island erneuerten sie die Wasser- und Nahrungsvorräte, begannen mit einer ersten Karte der Insel und benannten die Wasserstraße zwischen Australien und der Insel Bass Strait. Immer wieder ist die Genauigkeit der damals angefertigten Karten bis in der heutigen Zeit zu bewundern.
Mit dem „Kraftakt“ von Gouverneur King war die britische Kolonialisierung eingeleitet. Risdon Cove am Derwent River hieß die erste Siedlung, die 1803 errichtet wurde. Übrigens trafen schon 1802 neun Soldaten, 24 Sträflinge und drei freie Siedler in Tasmanien ein. Diese Siedler waren abkommandierte Militärangehörige und Beamte Die Engländer nutzten zunächst alle Ansiedlungen im Van Diemens Land als Strafkolonien. Schon 1804 wurde Risdon Cove wieder aufgegeben, zugunsten von Hobart Town und George Town am Tamar River.
Seit dieser Zeit kamen besonders die schwereren und renitenten Sträflinge nach Tasmanien, da die Insel durch ihre geringere Größe leichter zu überwachen war als die Kolonien des Festlands. Wer schon mal das Buch „Lebenslänglich“ von Markus Clarke gelesen hat, weiß was ich meine.
Wichtig für die Kartographie waren in damaliger Zeit auch die Beobachtungen und Aufzeichnungen von Walfänger, wie Ch. B. Hardwicke und J. Hobbs, die 1823 Berichte über ihre Untersuchungen der Küste eingereicht haben.
1825 erkläret man Van- Diemens- Land zu einer eigenständigen Kolonie. Und 1856 wollten die Briten mit der Umbenennung in Tasmanien auch den „blutigen Makel“ von der Insel waschen. Nicht nur die unmenschlichen Bedingungen für die Sträflinge, von denen viele nicht überlebten, begründeten diesen „blutigen Ruf“. Nein, auch die vielen Vernichtungsfeldzüge der Siedler, der Schafzüchter und des Militärs gegen die Aborigines fanden einen negativen Bekanntheitsgrad. Man vermutet, dass bei Beginn der Kolonisation etwa 6000 Ureinwohner auf der Insel lebten. Durch die Insellage war ihr Leben abgeschieden und isoliert. Eigentlich sollen sie friedliche Menschen gewesen sein. Die Auseinandersetzungen mit einigen der frühen Besucher könnten durchaus auf Missverständnissen beruhen. Das änderte sich aber mit der Kolonisation und mit den Niederlassungen der Walfänger an den Küsten. Für diese „Straitsmen“, die eben im Gebiet der Bass Strait als Walfänger, Seehundjäger oder als Piraten ihrem Handwerk nachgingen, waren die Frauen der Ureinwohner willkommene Sklavinnen. Dass sich solches die Aborigines nicht gefallen ließen? Es ist klar. Nur was konnten sie schon groß ausrichten? Und es dauerte ja nicht lange, bis die „Eroberer“ mit Beginn der konzertierten Vernichtungszüge ein ganzes Volk im Visier hatten.
Bereits 1876 waren auf Tasmanien alle Aborigines ausgerottet. Nachdem 1804 bei Risdon Cove Soldaten des 102. Regimentes ohne Grund, wahrscheinlich aus Angst, friedliche Ureinwohner erschossen, die eine Herde Kängurus vor sich hertrieben, begann eine Welle gegenseitiger unversöhnlicher Gewalt, die ihren Höhepunkt in der Operation „Black Line“ fand. 5000 Soldaten bildeten im Abstand von drei Metern nebeneinander eine Linie, um die Ureinwohner zur Forestier Halbinsel abzudrängen. Aber das misslang gründlich. In zwei Monaten fing man einen Knaben und einen verwundeten Mann. Der Missionar George Robinson „überredete“ die letzten 150 überlebenden Ureinwohner schließlich zur Umsiedlung auf die Flinderinsel. Nach 10 Jahren lebten dort noch 47, die man zurückkehren ließ in das Reservat Oyster Cove bei Hobart. Dort starb 1876 Truganini als letzte reinblütige Tasmanierin Auch der berühmte Nordpolarforscher Sir John Franklin, der von 1836 bis 1843 Gouverneur der Insel war, hat die Welle der Gewalt gegen die Ureinwohner zumindest geduldet.
Er hat auch nichts dagegen unternommen, dass bis 1853 mit Port Arthur und Macquarie Harbour zwei der schlimmsten und berüchtigtsten Gefängnisse der Welt mit allen möglichen Straftätern, eingeschlossen Kinder ab dem siebenten Lebensjahr, weiter existierten. Erst 1877 hat man Port Arthur geschlossen.