Es ist überaus erquicklich in der Reminiszenz über Hobart zu plaudern. Aber das Beste ist, man erlebt es selbst. Ein bisschen London Atmosphäre vermitteln die roten Doppeldeckbusse in der Stadt. Einen ganzen Tag haben wir uns in Queens Domain und in den Royal Tasmanian Botanical Gardens erholt. Queens Domain ist auch deshalb interessant, weil hier der Lebensraum des Noutheneena Volkes war. Leider gibt es kaum Hinweise über das Leben dieses Volkes. Zu radikal war die Vertreibung durch die neue Kolonialmacht. Natürlich ist Hobart in erster Linie ein Paradies für Wassersportler. Aber auch alle möglichen anderen Sportarten werden, wie überall in Australien, großzügig gefördert. Die vielfältigen Sportstätten wie Tennisplätze, Stadien, Schwimmhalle allein in Queens Domain zeugen davon. Und die Fahrradausleihstation war voll frequentiert. Vom Cenotaph, einem sichtbaren Mahnmal für die in den Kriegen gefallenen Tasmanier, hat man einen h
errlichen Rundblick auf den Fluss und Sullivans Cove mit dem Hafen. Nicht weit davon startet der Intercity Cycleway, der den Regatta Ground mit Glenorchy und anderen nördlichen Vorstädten verbindet.
Ein beliebter Weg für Radler, Jogger und Spaziergänger. Nach etwa einem Kilometer gelangten wir auf diesem Cycleway zum Botanischen Garten. Natürlich ist auch hier der Eintritt frei. Vielleicht war es die gegen Mittag unbarmherzig brennende Sonne, vielleicht lag es auch an der Anlage des Gartens. Dieses Hochgefühl, das wir jedes Mal in Sydney oder in Perth verspüren, stellte sich in der 13,5 Hektar großen Anlage nicht ein. Schon 1818 wurden die ersten Grundsteine zum heutigen Garten gelegt. Auch wenn der Funke nicht übersprang, beim Suchen findet man immer etwas Außergewöhnliches. Im Botanischen Garten von Hobart war das der Arthur Wall. Eine beheizbare Backsteinmauer, die Gouverneur Arthur 1829 von geschickten Häftlingen bauen ließ. Erst wird erzählt, dass er sich so ein Stückchen England in die „Wildnis“ bringen wollte. Die 80 Meter lang, 4 Meter hohe und 1 Meter breite hohle Mauer hatte aller 20 Meter eine Feuerstelle, von der die heiße Luft durch drei übereinander liegende Züge zum jeweiligen Schornstein gelangte und so den durchströmten Mauerbereich erwärmte. Sinn der Anlage war die Aufzucht von wärmebedürftigen Zitrusfrüchten.
Doch auch exotische Blumen sollten an der Mauer wachsen. Die aufwendige Heizerei wurde bald aufgegeben. Als man nämlich merkte, das die Pflanzen im mediterranen tasmanische Klima ohne künstliche Wärmezufuhr ebenso gediehen.