Die 1804 gegründete und somit zweitälteste Stadt Australiens erstreckt sich zu beiden Seiten des Derwent River. Die Stadtteile an den beiden Flussufern werden durch die einen Kilometer lange Tasman Bridge verbunden. Eine Brücke mit einzigartiger Konstruktion und einer Spannweite von 109 Metern. Es ist schon ein Erlebnis, bei der Fahrt vom Flughafen in die Stadt auf der fünfspurigen Tasman Bridge zu fahren. Die „Gipfel“ in der Mitte der Brücke soll die ziemlich starken Gezeiten ausgleichen.
Früher eine Pontonbrücke wurde wegen des hohen Verkehrsaufkommens und der häufigen Zerstörungen durch Hochwasser oder Stürme bald über den Bau einer richtigen Brücke diskutiert. Eine Hängebrücke, ähnlich der Golden Gate Bridge von San Franzisko, schien eine ideale Lösung. Doch die hohen Baukosten schreckten ab. So kam es zum Bau der Pfeilerbrücke, die 1964 eingeweiht wurde. Noch heute können sich einige Bewohner an die Havarie von 1975 erinnern. Immerhin starben dabei 15 Menschen. Ein russischer Frachter rammte die beiden Mittelpfeiler. Drei Felder stürzten ein. Also gab es für die Zeit der Reparatur wieder eine Behelfsbrücke und einen Fährdienst, der täglich über 10 Tausend Menschen übersetzte. Das Wrack des Schiffes liegt noch heute auf dem Grund des Derwent River, der hier so tief ist, dass die Schifffahrt ungestört weiter gehen kann. Unmittelbar nach der Brücke verbreitert sich der größte Fluss Tasmaniens auf drei Kilometer.
Hätte man vor der Entscheidung des Brückenbaus ein geologisches Gutachten eingeholt besäße Hobart heute wahrscheinlich doch eine Hängebrücke. Der sandige Untergrund im Flusse erschwerte die richte Begründung der Pfeiler vehement und bedingte eine enorme Kostenzunahme. „Die Pfeilerbrücke ist uns so teuerer geworden als eine attraktive Hängebrücke“ sagte mir ein Bewohner, mit dem wir bei einer Rast am Salamanca Place ins Gespräch kamen. Er verriet uns auch, dass ein weiteres dominierendes Bauwerk der Stadt, das Wrest Point Casino in Sandy Bay, ein runder Turmbau mit 20 Stockwerken, wegen des sandigen Baugrundes einige Etagen weniger als geplant haben soll. 1972 wurde dieses erste Spielkasino Australiens eröffnet.
Natürlich reicht eine Brücke für Hobart nicht aus. So gibt es noch eine ganze Reihe weitere Brücken und Fährmöglichkeiten. Die bekanntesten sind die vierspurige Bowen Bridge bei Glenorchy und der 19 Kilometer nördlich liegende zweispurige Bridgewater Causeway.