Ursprünge

Erst seit 1798 ist es gesichert: Tasmanien ist eine Insel. Die Umseglung von Australien durch Flinders und Bass begann 1798 mit der „Norfolk“ von Port Jackson aus. Nun war der Beweis erbracht, dass Australien ein Inselkontinent ist. Und auch, dass das von Tasman beschriebene Van Diemens Land die größte der vor dem Kontinent liegenden Inseln ist. Bis dahin glaubten alle, eine Halbinsel des Terra australis (südliches Land) vor sich zu haben. So eben auch der angeblich erste Besucher an der Küste Tasmaniens, der Holländer Abel Janszoon Tasman, der am 24. November 1642 hier Land sichtete. Der damalige Gouverneur der holländischen Ostindienkolonie Antonio van Diemen wollte das von Janszoon 1606 entdeckte und von Hartog 1616 ebenfalls beschriebene „Neu Holland“ genauer erforschen lassen. So lautete der Auftrag an Abel Tasman. Die Tragik seiner Reise. Er umrundete Australien, ohne jemals Land zu sichten.

Weil Tasman zunächst Afrika und erst danach Hartogs Entdeckung ansteuert, verpasst er den riesigen Inselkontinent Australien. Der Nachwelt erhält sich Tasman trotzdem, weil er nach halber Umrundung auf neues Land stößt. Tasman hat keinen Schimmer, wo er ist, hält die Küste für den Süden Neu Hollands Er schickt ein Vorauskommando an die Ufer der heutigen Blackman Bay, nahe Kingston und Hobart, lässt eine Fahne hissen und nennt die Gestade nach seinem Auftraggeber „Van Diemens Land“. Das war es dann aber auch schon. Tasman segelt weiter. Wenig später unterbricht er die blinde Zirkelfahrt erneut, als er über weiteres Land stolpert. Tasman hofft, jetzt Terra Australis gefunden zu haben, und gibt der Küste nach Janszoons Idee den Namen „Nieu Zelant“, obgleich sich Tasman laut seiner Aufzeichnungen nicht sicher ist, ob es sich bei dem Fleck nicht doch um die Westküste Chiles handelt. Aber gleichzeitig vermutete er den südlichen Zipfel des Terra australis gefunden zu haben.
Zu genaueren Erkundungen traut sich Tasman aber nicht an Land, denn die Ureinwohner, die Maoris wie wir heute wissen, haben ihn und seine Leute mit Giftpfeilen empfangen. Tasman kehrt nach Indonesien zurück und komplettierte so die Umrundung. Bis zur Umseglung Tasmaniens durch Flinders und Bass mit der „Norfolk“ wurde das Gebiet für eine Halbinsel gehalten. Und ganz so abwegig ist diese Annahme nicht. Gehört doch auch Tasmanien zu Gondwana. Und bis vor 13.000 Jahren v. Ch. bestand sogar zwischen Australien und der heutigen Insel eine Landbrücke. Auf der gelangten vor 30 bis 40 Tausend Jahren auch die Ureinwohner, von Victoria weiter ziehend, nach dort. Und es ist durch genetische Untersuchungen gesichert, diese Einwanderungsströme kamen während der letzten Eiszeit über das heutige Neuguinea zur Cape York-Halbinsel. Und dann weiter durch einen Flusskorridor bis ins Darling-Becken und sogar in die Great Sandy Desert. Von dort aus südwärts konnte Tasmanien, damals eine Halbinsel, erreicht und ebenso wie Great Victoria Desert besiedelt werden So standen die tasmanischen Aborigines in einem engen Verwandtschaftsgrad zu den Bewohnern von Neuguinea und den Melanesiern.

Victoria soll von den ersten Aborigines schon mindestens vor 30.000 Jahren erreicht worden sein. Die Funde auf Tasmanien geben Hinweise, dass es wohl schon 5.000 Jahre früher war. Mit Ende der letzten Eiszeit stiegen die Wasserpegel der Ozeane gewaltig, man spricht von bis zu 200 Meter und mehr, an. Die Landbrücke verschwand unter einer Wasserstrasse, die wir heute als Bass Strait kennen. Die somit isolierten Ureinwohner entwickelten einige Besonderheiten, die sie von den Bewohnern Australiens unterschieden. So kannten sie keine Kleidung. Sie rieben ihren Körper mit Tierfett, rotem Ocker und Holzkohle ein, was einen gewissen Schutz vor der Kälte bot, manchmal warfen sie sich auch ein Kängurufell lose über die Schulter. Auch feste Unterkünfte gab es nicht. Bei besonders schlechtem Wetter errichteten sie allenfalls Windschirme. Sie waren leidenschaftliche Jäger und ernährten sich vor allem von Kängurus. Auch die Opossums, die meist von den Frauen gefangen wurden, schmeckten ihnen. Nur Fische lehnten die Insulaner strikt ab. Wohl aber tauchten sie nach Muscheln, Krebsen und anderen Schalentieren. Auch hier zeigten die Frauen ihre Geschicklichkeit, denn viele Männer konnten nicht schwimmen und mieden das Wasser.
Die 12.000 Jahre der Isolierung führten dazu, dass diese Tasmanier weder Bumerangs, Knochennadeln, Speerschleudern und Steinäxte kannten. Auch Hunde gab es nicht. So wussten sie zum Beispiel nicht, wie man Feuer entzündet. Das Hüten der Flamme war eine wichtige und lebensnotwendige Maßnahme im Verband, Die Ureinwohner gehörten dem Toogee Volk an. Die Isolation, die geringe Population, die weit auseinander lebenden Gruppen und eine geringe Lebenserwartung sind wohl die Hauptgründe für die kulturellen Defizite zu den Ureinwohnern Südaustraliens.

Weitergehende Informationen zu Tasmanien:

Praktische Tipps zum Reisen, Leben in und zum Auswandern nach Australien gibt es auf Australien - Tipps.

Wer eine Ferienwohnung vermieten möchte, sollte bei Ferienwohnung-profi nachlesen.