Trail of the Tin Dragon

Dazu soll auch der Name „Trail of the Tin Dragon“ beitragen.
Natürlich werden auch ehemalige Arbeitsstätten der chinesischen Miner an der heutigen B82, wie Moorina, Pioneer oder Gladstone wieder in Erinnerung gebracht. Es ist das
Dorset Chinese Heritage

Europäer hielten die Strapazen der Minenarbeit kaum aus. Auch bei den Chinesen gab es eine hohe Fluktuation. So wohnten von 1880 bis 1889 sechs Chinesen in einer kleinen Hütte am Flintstone Creek nahe Scottsdale. Alle haben dort aufgegeben. Und die Hütte diente immer wieder den neuen Glücksuchern als Unterkunft. Gong Yean, der mit 24 Jahren 1886 aus China kam und naturalisiert wurde, arbeitet hier genau so wie der spätere Storekeeper in Moorina Kip Yen. Es steht außer Frage, dass das Schicksal der hierher gekommenen Chinesen mit dem der Zinn Minen Industrie zusammen hing. Und so lässt sich bis St. Helens in fast allen Orten eine chinesische Vergangenheit finden. Die Arbeiter hausten in Zelten oder kleinen Buschhütten. Und als der Zauber vorbei war zogen die Chinesen zu den großen Städten Launceston oder Hobart. Wurden Markthändler, Gärtner oder Händler.

Da wir zur Ostküste wollten verzichteten wir auf den empfohlenen Abstecher nach Bridport. Wir fuhren weiter auf der A3, dem Tasman Highway.

Legerwood - HolzfigurenIn Legerwood, einem kleinen Ort drei Kilometer südlich der A3, bestaunten wir die sieben überlebensgroßen Holzskulpturen der Kriegshelden. Aber noch südlicher ins Ringarooma Valley, selbst zu einem der höchsten Wasserfälle in Tassy, den Ralph Falls, wollten aus Zeitgründen nicht mehr fahren. Also zurück zum Highway. Branxholm ist eine der historischen Minenortschaften. Mit chinesischem Flair. 1877 entdeckten die Kruschka Brüder reichhaltige Zinnvorkommen in der Gegend. Zwar wurde der Nachbarort Derby das Zinnminenzentrum, aber in Branxholm steht noch heute der Ah Moy’s Shop, einst der Mittelpunkt der Versorgung für die Chinesen. Und die „Red Bridge“ ist ein sichtbarer Beweis für den Kampf der Einwohner um die Erhaltung der historischen Gegebenheiten zwischen Stadt und Land. Seit 2003 streiten beide Partien, ob die rote Brücke rot bleibt oder weiß werden soll.

2006 war sie glücklicherweise noch rot. Hier befand sich die größte Zinnmine der Welt. Die Briseis Tin Water Mine. Genannt nach einem Pferd, das 1876 den Melbourne Cup gewann. Schon 1877 fielen in der Mine Schüsse. Als der Manager Sam Hawke den europäischer Arbeitern weniger zahlen wollte, als es in Europa üblich war. Und da sich die chinesischen Minenarbeiter bescheiden auch mit einer geringen Entlohnung begnügten, war auch die Konfrontation unter den Arbeitern unvermeidbar ausgebrochen. Von allen Seiten strömten Europäer und Chinesen hinunter zur Brücke von Branxholm. Bevor es jedoch zur Rauferei kam schoss der Manager in die Luft und die schon angetrunkenen Weißen flohen. Das rote Geländer und die Ornamente sollen an die historische Auseinandersetzung erinnern.Rote Brücke

Im Ort spielte sich 1929 eines der schlimmsten Minenunglücke durch eine Überflutung ab. Nach drei Tagen unverhältnismäßig starken Niederschlägen brach der 27 Meter hohe Damm der kleinen Talsperre am Cascade River, der die Mine mit Wasser versorgte. Eine 30 Meter hohe Flutwelle, mit Bäumen, Geröll, Felsbrocken und Schlamm raste auf die drei Meilen unterhalb des Dammes liegende Stadt Derby zu. 14 Menschen starben durch das Hochwasser, weiter acht, als ein LKW in die Fluten stürzte. Nach diesem Unglück wurde die Mine geschlossen. Allerdings nicht total. Die Produktionszahlen der „Einzelkämpfer“ bedingten, dass man 1934 sogar die Produktion wieder aufnahm. Nach allem, was ich beim Nachlesen finden konnte, soll die Briseis Tin Water Mine 1877 einst eine ingenieurtechnische Großtat gewesen sein. Nur man erreichte aber nicht mehr die Ergebnisse von früher. So wurde 1948 der Bergbau endgültig aufgegeben. Trotzdem arbeiten in Branxholm auch heute noch einige Verbissene unter Tage. Und das ist zu besichtigen. Derby hatte zu den besten Zeiten der Produktion über dreitausend Einwohner. Heute wird für einen Besuch des großen Freilichtmuseums Shanty Down geworben. Man darf über die Blechbuden dort nicht zu enttäuscht sein. Immerhin findet man dagegen im Ort nur Holzhäuser. Das war für Tasmanien einzigartig. Auch, dass die chinesischen Mitbürger zu den öffentlichen Tanzveranstaltungen kamen und sogar eine eigene Kapelle hatten. Vorbei! Am Ortsausgang von Derby sieht man rechts auf den Felsen farbig gesprayte Ornamente. Erinnerung an die Chinesen? Protest?