Man kann nicht einige Tage in Maydena verbringen, ohne den ältesten National Park Tasmaniens, den Mt. Field NP, besucht zu haben. Eine interessante Gegend. Der 160 Km² große NP bietet von der Ebene des Tals schöne Wanderungen, erlebnisreiche leichte Aufstiege zu Wasserfällen, auf der Höhe im Hochgebirge einen überraschenden See und am Mt. Mawson im Winter sichere Skibedingungen.
Unser erstes Ziel war der Marriott Falls. Mein gestriges Gesuch an den Himmel um Bestand des trockenen und warmen Wetter war leider abgelehnt worden. Es nieselte und war nicht sehr warm. Schon bei der Anfahrt zum Fall kam ein ziemlich schlammiger Weg, der dann nach der Brücke, weiter neben dem Tyenna River zum Parkplatz, eigentlich unbefahrbar war!
Auf den folgenden Wanderpfad passierten wir einen Eukalyptushain, der uns sehr an die Birkenwäldchen in Deutschland erinnerte. Bald kommt die wichtige Eisenbahnbrücke, über die der Zug zur anderen Uferseite wechselt. Im Fluss sehen wir die zahlreichen Stromschnellen, die bis zu den Resten der alten Brücke im Fluss liegen. Bald entfernt sich der Weg vom Ufer und es geht in die Berge. Über sehr feuchte Wiesen. Sogar Binsen stehen noch 100 Meter vom Fluss entfernt. Hier ist eine Ewigkeit niemand gelaufen. Ich muß den Weiterweg mehr erahnen. Bald kommen die Farne, die uns auch die Jacken und Pullover einfeuchten.
Tief hängen die Wolken an den Bergen. Aber jetzt sind wir schon so weit. Doch Umkehren? Niemals! Dagmar tut es aber dann, als der Weg glitschig und auch gefährlich steiler wird. Zumal die kleinen Rinnsale vom Berg den Pfad total aufweichen. So hangle ich mich die letzten 200 Meter an Bäumen, Sträuchern und Steinen weiter nach oben. Der Wasserfall ist toll. Aber die Steine sind zu glitschig für eine Nahaufnahme. Doch ich finde im Nachhinein, dass die Aufnahme ganz gut zeigt, wie sehr sich die Anstrengung gelohnt hat. Kurz vor dem Parkplatz habe ich Dagmar dann wieder eingeholt. Im Auto zog ich trockene Jeans an. Das leichte Lüftchen auf dem Weg, die Schirme und schließlich der stoppende Regen ließen unsere anderen Sachen ziemlich schnell trocknen.
Im Mt. Field NP kann man mit dem Auto ziemlich weit bergauf bis zum ersten Parklatz fahren. Gegenüber startet der „Tall Trees Walk“. Und natürlich befinden wir uns auf der größten Blumenanpflanzung der Erde. Wieder mal! Wie im Big Tree Reserve stehen auch hier jede Menge hohe Bäume. Dass diese ebenfalls 400 Jahre alten Riesen aber nun auch noch die größten Bäume der Welt sein sollen? Ich wage es zu bezweifeln. Den Raubbau an den Bäumen haben die Europäer hier wie überall in DU extensiv betrieben. Ohne den Kahlschlag hätte es allerdings kein Land für die benötigten Felder der Siedler gegeben. 80 bis 100 Jahre braucht der Wald zur Regeneration! So steht es auf einer Tafel. Was für ein angenehmes Laufen unter dem Dach, das die hohen Swamp Gum Trees bilden. Auf den Weg zu den Lady Barron Falls haben wir verzichtet, da wir keine Wasserfallsammlung betreiben wollen. Und den Fern Gully, ein Farngarten mit wirklich großen Farnbäumen (Tree fern), haben wir im Regenwald des roten Kontinents und in Neuseeland zur Genüge gesehen, das Bild muß als Erinnerung reichen.