Ausgerottet?

TasmanienSeit 1936 sind über 4000 Sichtungen des Tigers in Tasmanien und auch in Australien (sogar im Northern Territory) beschrieben. Davon waren 320 angebliche Beweise für das Überleben des Tieres derart, dass man sich ernsthaft damit beschäftigte. Sicher ist nur der einzige belegbare Beweis auf den letzten geschossenen Tiger. Nahe der Nordküste bei der Fahrt zu dem Dip Falls passiert man einen kleinen Ort mit dem treffenden Namen Thylacine. Vor dem dortigen Feuerwehrgebäude steht ein Schild mit einer Photographie. Dort ließ sich der Farmersohn Wilfried Batty nach Erlegen des letzten tasmanischen Tigers am 13. Mai 1930 „verewigen“. Er verkaufte das für ihn seltsame tote Tier, eine Hyäne wie er annahm, das er zufällig auf der Jagd nach einem vermeintlichen Hühnerdieb erlegt hatte, für vier Pfund an einen Tierhändler. Und so spricht auch der damalige Zeitungsbericht in „The Advocate“ von „einem schädlichen Tier, einer Hyäne, die bei Mawbanna getötet wurde.“ Damit sind zumindest die Angaben, der letzte Abschuss wäre 1933 gewesen, widerlegt. Natürlich könnte nach 1930 durchaus noch irgendwo ein Tiger aufgetaucht sein. Diese Fotografie ist für mich der zwar schreckliche, aber einzige glaubhafte Beweis über die Ausrottung des letzten tasmanischen Tigers in freier Wildbahn. Oder doch nicht?

Sehr mit Vorsicht sind auch Angaben, nach denen der letzte Tasmanisch Tiger in einem Zoo gestorben sei, zu werten.
1924 hatte der Zoo von Hobart von einem Tierhändler namens Mullins, aus dem Nordwesten Tasmaniens, ein Beutelwolf-Weibchen mit drei Jungen erworben. Während die Mutter kurz nach der Ankunft im Zoo starb, wuchsen die Jungen auf. Eines der Tiere starb nach sechs Jahren am 14. April 1930, das zweite am 3. Juli 1935 und das dritte, Benjamin genannt, am 7. September 1936. Es erreichte mit 12 Jahren 7 Monaten das höchste Alter eines Beutelwolfs in Gefangenschaft und war der letzte nachweisbare Beutelwolf. Andere Berichte schreiben, das dieser letzten tasmanischen Tiger, den man 1933 im Florentine Valley gefangen hatte, erst dann vom Beaumaris Zoo von Hobart gekauft wurde. Und eben dieser starb am 7. September 1936 im Zoo an einer Lungenentzündung. Außerdem soll der Zoo in Hobart einen regen Handel mit gezüchteten Beutelwölfen betrieben haben. Insgesamt 68 Tiere wurden verkauft, Auch nach Berlin und Köln, wo die Tiere nur wenig beachtet wurden.