Und in gewundener Route ging es hinunter ins Tal. In der alte Kupferbergbaustadt Queenstown arbeitet heute nur noch die Mt. Lyell Mine. Um die 1881 entdeckte Goldmine Open Cut Iron Blow entstanden ziemlich schnell die beiden heutigen Geisterstädte. 1901 lebten in Gormanston 1760 Menschen. Hier gab es 1884 die erste Poststation an Tasmaniens Westküste. Der Ort wurde 1897, als man Kupfer gefunden hatte, die Basis der North Lyell Copper Company.
Die ganze Gegend sieht schrecklich aus. In den ersten Jahren wurden auch noch die ausgedehnten Wälder am Mt. Lyell gefällt. Man brauchte Platz für die Erzförderung und Holz für die Schmelzöfen. Dabei nutzten die Minenbetreiber seit 1902 ein Verfahren von Robert Stich. Die jedoch dabei entweichenden Schwefeldämpfe zerstörten die gesamte restliche Vegetation. Erst 1969 wurde dieses Verfahren eingestellt. Seitdem beginnt zaghaft ein neues Wachstum. Und die Einsicht bei den örtlichen Verantwortlichen, dass Wiederaufforstung nötig ist. Die Umweltsünden lassen sich auch sehr gut vom Spion Kop, einer Aussichthöhe im Zentrum der Stadt beurteilen. Den Ausdruck „surreal nightmare”, surrealistischer Albtraum, fand ich sehr treffend. Und auch die Auffassung, dass Queenstown in einer bestimmten Kategorie schon eines der Weltwunder ist. Nämlich in der Darstellung menschlicher Fähigkeiten die Natur zu zerstören und zu verunstalten. Wie es jedermann hier sehen kann. Allerdings schreckte die ungastliche Umgebung schon 1860, also vor dem Minenbetrieb, Charles Gould, den ersten weißen Besucher der Gegend, davon ab, hier zu siedeln.
Auch die einst bevölkerte Bergarbeiterstadt Linda, wo 1912 ein Feuer in der Untergrundmine 42 Arbeiter tötete, bestand nur bis 1952.

Die Historie von Queenstown begann 1886, als die Brüder Mick und Bill McDonough, sowie Steve Karlson Gold angereichertes Erz fanden. Die deshalb 1888 gegründete Siedlung Penghana brannte 1896 ab. Eine neue Ortschaft namens Queenstown entstand. Bis 1994 förderte die Mt. Lyell Mine Company, dann stellte sie die Produktion ein. So wäre auch Queenstown zur Geisterstadt geworden, wenn man nicht zusätzliche Kupferlagerstätten gefunden hätte. Die CMT (Copper Mines of Tasmania) gewinnt aus der 900 Meter tiefen Untergrundmine „Mt. Lyell Mine“ jährlich bis zu drei Millionen Tonnen Kupfererz mit einem Gehalt von 1,24 % Kupfer. Noch heute beschäftigt CMT über 100 Arbeiter für die direkte Förderung und 250 weitere Bewohner in der begleitenden Industrie.
Schon 1896 verfügte die Stadt über ein Hotel und ein General Store. Aber der Höhepunkt dieser Jahre war die Fertigstellung der Eisenbahnverbindung zum 41 Kilometer entfernten Strahan 1899.
Die Linie wurde 1963 geschlossen. Und bald schon wilderte die Natur wieder auf den Anlagen und den Brücken. Seit 1999 kann man mit der West Coast Wilderness Railway wieder 35 Kilometer lange Ausflüge in den Regenwald buchen. Allerdings muß man für Hin.- und Rückfahrt pro Person mit 84 Dollar rechnen. 40 alte Brücken wurden wieder restauriert. Es wird als eine Fahrt in die Vergangenheit angeboten. Der Besucher soll nachempfinden, wie die Männer im Schlamm, bei Regen und anderen tückischen Gefahren arbeitetet, Wie sie die Verbindung zwischen der Minenstadt und dem Hafen bauten. Unaufhörlich! Nur vorwärts!
Und in solchen Fällen fehlt es den Aussies auch nicht an Einfällen. Bei drei Haltestellen (Lower Landing, Dubbil Barril und Rinadeena) geben Guides Auskunft über die Geschichte des Baus dieser Strecke. So beginnt zum Beispiel bei Dubbil Barril die Basis der Zahnrad Sektion. Hier ist ein Stopp. Es besteht die Möglichkeit zum Lunch und auch für einen Spaziergang im Regenwald. Beim Bau der Eisenbahnstrecke ging es hier zunächst nicht weiter.