Hells Gate

Hells GateEigentlich sah das „Tor zur Hölle“ (Hells Gate) heute ganz harmlos aus.
Der kleine Leuchtturm schimmerte idyllisch auf der malerischen Insel. Wie unterschiedlich die Perspektive sein kann, soll das zweite Bild in der nächste Geschichte verdeutlichen, das ich am nächsten Tag bei unserer Gordon River Rundfahrt vom Schiff machte.

Unsere Strandwanderung war unbeschreiblich schön. Nach den Anglern haben wir niemanden mehr getroffen. Die Vögel zwitscherten in den Dünen. Sanft rollten die Wellen ans Ufer. Die Pilot Bay liegt zwischen dem Höllentor und der am weitesten ins Meer ragenden Landspitze. Auf diesem Cape Sorell steht ein 45 Meter hoher Leuchtturm. Das ist der zweithöchste in der südlichen Hemisphäre. Viele Schiffe scheiterten während der Zeit der Strafinsel Sarah Island am Höllentor. Aber es gab einen Lotsen, der nie ein Schiff verlor. Zu Ehren diese James Lucas wurde die Bay „Pilot Bay“ getauft. Lucas verdiente sich auch ein Zubrot als erfolgreicher Kopfgeldjäger. Wer „Lebenslänglich“ von Markus Clarke gelesen hat, weiß, dass das damals das Einfangen entflohener Sträflinge für die Wachmannschaften ein beliebter Zeitvertreib war.

William Napier Bell baute 1900 einen Trainings Wall, um die Einfahrt sicherer zu gestalten. Die an der Basis 5 Meter breite, insgesamt fünf Meter tiefe und drei Kilometer lange Steinmauer diente den Kapitänen als Orientierung für eine sichere Einfahrt in der etwas kurvigen Fahrrinne. Nur bei Sturm blieb die Gefahr des Kenterns weiterhin.
Der ganze Strandbummel erinnerte uns sehr an den Spaziergang auf dem Sand von Frazer Island in Queensland. Sehr gestört hat uns auch in Tasmanien, dass viele Besucher ihre Getränkedosen oder Plastetüten einfach am Strand liegen lassen. Ob das aber alles nur ausländische Gäste waren? Und noch ein Zweites. In den Dünen des Ocean Beach leben bienengroße Fliegen, die ganz schön zubeißen. Trotz alledem! Wieder eine Gegend zum Verlieben. Ich entschloss mich mit den Bergfotos aufzuhören. Zumal ich auf einen Relief gesehen hatte, das Tasmanien eigentlich nur aus Bergen besteht. Wie schon gesagt. Es grenz an ein wunder, dass die Tasmanier dazwischen noch Platz zum Errichten von Städten gefunden hatten.

Wenn auch die Muttonbirds um diese Jahreszeit nicht nisten, wollten wir doch die Plätze am Ocean Beach besichtigen. Auf dem vier Kilometer langen direkten Zufahrtsweg von Strahan sind wir zum Beach gefahren. Ein wirklich endloser Strand. Im Norden würden wir die Henty Dünen erreichen. Und im Süden sehen wir The Entrance, die kleine Enge, über die man in die Bucht kommt. Sogar Cape Sorell mit dem Leuchtturm sehen wir. So kurz können 12 Kilometer am Meer erscheinen. Natürlich sind die Brutplätze auch außerhalb der Nistzeit gesperrt. Und es gibt zur Besichtigung reguläre Führungen.  Doch beweisen die Spuren im Sand, dass sich viele Leute nicht an die Weisungen halten. So wird die natürliche Erosion der Dünen durch den Menschen beschleunigt. Wie wichtig die Hege der Nistplätze ist demonstrieren dort zu lesende Zahlen.

Muttonbirds NistplatzJedes Jahr kommen 23 Millionen Schwarze Sturmtaucher (Muttonbirds) von der Antarktis nach Australien und Tasmanien.
Der Abschluss des Tages war der Besuch des Big Tree von Strahan. Mal ein anderer Baum als die bisherigen Big Trees. Keine isolierte und vom Zahn gezeichnete Mächtigkeit. Nein ein Baum, der wie ein Ensemble seinen Platz eingenommen hat und ausfüllt.