Fat Man Barge

Fat Man BargeDas sind zwei eigentlich sehr schlanke Brüder, die den ganzen Laden schmeißen. Warum die ihre Fähre „Fat Man Barge“ nennen? Man hat mir darauf nur mit einem wissenden lauten Lachen geantwortet. Zurzeit war die Fähre ihre Aufgabe.
Man will es bei den von Wildnis fast überwachsenen Hütten nicht glauben, aber hier haben mal 2500 Menschen gelebt. Royenrine nannte sich die erste Gold-Siedlung. Die Häuser standen auf beiden Seiten des Flusses und es gab sogar einen Lastkahnservice. Acht Km² betrug einst die Fläche von Corinna. Das größte in Tasmanien gefundene Goldnugget (243 Unzen) lag 1883 nicht weit vom Ort am Flussufer.

Corrina SrassenkarteDer Fluss hier ist zu gefährlich für Schwimmen. Zu tief, dazu gefährliche Strömungen und sehr kaltes braunes Wasser. Die Fähre ist die einzige Möglichkeit den River zu überqueren.
In der ehemaligen Holzfäller Area stehen sehr große Huon Pinien, die überlebten, weil das Wasser zu tief ist, um hier einen Damm zu bauen.

Nicht weit vom Parkplatz kann man den seltenen Manfern, auch weicher Baumfarn genannt, besichtigen. Die Corinna Area ist eine der vier Stellen in Tasmanien, wo er wächst. Der Regenwald um Pieman River ist der größte zusammenhängende Regenwald Australiens. Die Insel bietet durch das kühl gemäßigte Klima für Regenwälder optimale Bedingungen.
Nun waren wir in der eigentlichen Wildnis Tasmaniens angekommen.

Kurz hinter Corinna gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 Kmh. Wer die Strecke mit diesem Tempo fährt ist ein Kamikaze. Und der junge Fahrer, der sich wohl drauf verließ, dass hier niemand entgegen kommt, konnte froh sein, dass ich nur 80 Kmh drauf hatte. So profitierten wir von der niedrigen Geschwindigkeit, die ein schnelles Ausweichmanöver ermöglichte. In der Gegend standen früher Wasserräder, die das Wasser bis zu sechs Kilometer zur Versorgung der hydraulischen Schleusen transportierten. Etwas 10 Kilometer nördlich von Corinna sind die Reste eines solchen Kanals zu besichtigen. Bald kommen wir an eine Kreuzung. Wir könnten auf der C247 nach Warratah weiter fahren und dabei nahe Savage River eine alte Eisenerzmine besichtigen. Wir wollten aber noch tiefer in die Wildnis, weiter auf 71 Kilometer unbefestigter Strasse, auf der Western Explorer Route (C249) nach Norden. Und durch diese scheinbar unberührte Landschaft fahren wir nun. Auf einem engen, sandigen, steinigen Weg voller Schlaglöcher. Schon gleich nach der Kreuzung wies uns ein Warnschild darauf hin, dass jetzt Niemandsland beginnt, da keine Mobilfunkverbindung möglich ist.

Der Himmel ist blau, einige Wolken, immer mal ein Hinweis, dass bei Hochwasser mit zwei Meter Wasserhochstand zu rechen sei. Und um uns Wildnis. Hier sind wir allein. Bald kommt die Brücke über den Savage River. Solche Hindernisse hatten die Erbauer der Western Explorer Route zu überwinden. Die 53 Kilometer lange Strecke durch Einöde, Hochland und Wildnis wurde seit 1958 geplant und endlich 1996 vollendet. Ab dem Guthrie Creek wechseln sandige und asphaltierte Strecken ab. Immer dann, wenn das Gelände so steil wird, dass ein Abrutschen des Autos möglich sei, ist eine „Asphaltbremse“ aufgebracht. Am Fuße des Mount Donaldson fahren wir sehr steil immer höher.