Im Ort lebte eine interessante Bevölkerungsmischung. Verarmte britische Aristokraten, mittelständige Unternehmer und Pöbel, der sich aus Kettensträflingen, politischen Gefangenen und Kriminellen zusammensetzte Rückwirkend sind die Historiker einhellig der Meinung, dass dieser Mix die faszinierende und abwechslungsreiche Geschichte der Stadt bedingte. So bietet die L. in eloquenten und historischen Strassen genügend Beispiele für Bauten aus der Zeit von King Edward, Queen Victoria und den Jahren der Gründung der Federation. Mehr noch. Die Landschaft, die Jahrhunderte alten Parks und Gärten, das gute Essen, süffige Weine und ein gutes Bier- alles das, was Tasmanien in der Welt berühmt machte , findet man hier.
Die James Boag & Son Company, deren Brauerei 1879 erbaut wurde, soll das beste Bier der Welt herstellen. Sagen sie über sich selbst!
Natürlich blüht im Tamar Valley der Weinanbau, sind die Orchideen von dort gefragt, gibt es Farmen für Schafzucht oder Kornanbau. Aber Launceston entwickelte sich Mitte der 80ziger Jahre bald zu einem Industriezentrum. Und dazu hat das errichtetet Eisenbahndepot sicher beigetragen. Noch heute sind einige ehemalige Industriegebäude zu sehen, die zum Teil auch als Museen genutzt werden. Aber allmählich vollzog sich in der Stadt ein qualitativer Wandel. Heute ist die Universitätsstadt, ein Zentrum von Kunst und Kultur. TAFE ist hier vertreten. Und jede Menge Museen.
Britischer Tradition folgend sind die Strassen der Innenstadt militärisch exakt rechtwinklig angelegt. Aber alle Sehenswürdigkeiten lassen sich, wenn man Zeit hat, auch bequem zu Fuß erreichen. Nur zum Besuch des Cataract George, besonders wenn man bis zur Power Station will, sollte man mit dem Auto zum dortigen Parkplatz fahren.
Der City Park, den man schon 1827 formierte, mit der Albert Hall ist eine gern besuchte Grünfläche in der Stadt. Zunächst nur ein Garten, kaufte das Ehepaar Lady und Sir John Franklin 1838 zusätzliches Land für die Bildung eines Parkes. Mit dem Bau der Alberts Hall 1891/92 war ein weiterer Höhepunkt im kulturellem Leben der Stadt erschaffen. Trotzdem wurde das erwürdige Gebäude bei der großen Grippe Epidemie 1919 als Hospital, und 1929 für die Opfer der großen Überschwemmung als Unterkunft umfunktioniert. Natürlich interessieren sich die Kinder besonders für das „Monkey Island“, wo die seltenen Macaque Monkeys leben, deren rote Gesichter schon sehenswert sind. 1980 tauschte man 10 Wallabies gegen 10 dieser Affen mit den Japanern. Für den Besucher gibt es neben einem erquicklichen Spaziergang auch einige sehenswerte viktorianische Huldigungsbauten zu besichtigen.
Das wäre zum Beispiel die Jubilee Fountain, ein vergoldeter Brunnen, der zur diamantenen Jahrestag der Thronbesteigung der Queen 1887 gespendet, aber erst zur goldenen Jahrestag 1897 aufgestellt wurde. Die Australier haben eben manchmal komische Rituale. Um die Lithgow Rotunda stehen zahlreiche Orchideen. Ein sehr buntes Bild. Doch sehr überrascht wurden wir im John Hard Conservatory von der Fülle und Farbenpracht der hier gezüchteten Farnen und anderen tropischen Blumen und Pflanzen. Die Angst vor einer russischen Invasion war auch in Tasmanien zu merken. Wie in Hobart konnten wir auch hier Kanonen zum Schutz der Insel besichtigen. Und auch eine der Kriegsbeuten. „Pischko Kannonat“ steht in Kyrillischer Schrift auf der eroberten Kanone, die 1840 hergestellt wurde.