Jeden Sonntag im Sommer fährt der Burnie Rail Market Train entlang der Küste von Burnie über Penguin nach Ulverstone und zurück. Um vielen Bewohnern und Touristen das Erleben und die Einkaufsmöglichkeiten am Markttag in Penguin zu bieten. Und auch wir fuhren, weg vom Hwy, über die Küstenstrasse durch Sulphur Creek nach Penguin. Ein kleiner bunter Badeort mit einem recht netten Park hinter dem rötlichen Sandstrand. Und im Park, wie erwartet, die Figur eines großen Pinguins.
Den Namen erhielt der Ort, weil jede Menge niedlicher Pinguine zur Brutzeit entlang dieser Küste ihrer Nester bauten. Der Bahnhof, eine sehr ansprechende Uniting Church und viele sehr einfacher Unterkünfte. Das war’s. Noch etwas ist mir aufgefallen. Im Ort liefen eine Unmasse junger Leute über die kurze Promenade, saßen in den Straßencafes oder bummelten durch den Ort. Die hätte ich eher am Strand oder im wunderschönen Dial Gebirge erwartet, dass man vom Ort leicht erreichen kann. Eigentlich wollten wir in Penguin oder Ulverstone ein Quartier suchen. Der Betrieb in Penguin veranlasste uns, nach Ulverstone weiter zu fahren. Und so glaube ich den Beschreibungen, die eine Bahnfahrt allerdings bei Flut von Burnie nach Ulverstone als Erlebnis schildern.
Ähnlich wie Penguin ist auch Ulverstone ein beliebter Seebadeort an der Nordwestküste. Immerhin eine Ortschaft mit fast 15 Tausend Einwohnern. Durch den Ort fließt der Leven River, über den eine Brücke führt. Macht mehr her als Penguin. Warum aber haben die als Wahrzeichen der Stadt nur so eine hässliche graue Säulenkonstruktion mit Uhr in der Mitte eines Kreisverkehrs gebaut? „The Shrine of Remembrance (Reliquie der Erinnerung)“ nennt man den Glockenturm, der 1953 von europäischen Einwanderern errichtet wurde. Die drei Säulen sollen an die glückliche Heimkehr der Kriegsteilnehmer aus Armee, Navy und Luftwaffe erinnern. Auch hier war durch eine Vielzahl bummelnder oder geschäftiger Menschen ein buntes Treiben auf den Straßen.
Und in den Caravan Parks gab es keine freien Units. „Penguin und Ulverstone haben ganzjährige Saison“ erklärte mir der freundliche Besitzer des Caravanparks. Und er empfahl uns aber einige Unterkünfte in der Nähe. Gleich um die Ecke, in der Tucker Street, bot „Willaway Apartment“ sehr schöne Wohneinheiten an. Es ist 12.30 Uhr. Am Office hängt ein Schild, das es freie Units gibt und der Besitzer 13.00 Uhr wieder da sein wird. Wir haben bis 13.30 Uhr gewartet. Keiner kam. Dann sind wir in die Stadt zum Mittagessen gefahren. Gegen 15.00 Uhr war das Office immer noch geschlossen und das Schild griente uns „bösartig“ an. Die anderen Motels in der Umgebung waren so sehr auf Massenabfertigung orientiert, dass deutsche Urlauber, stünden die Hotels in Spanien, wahrscheinlich beim Reiseveranstalter hinterher eine Preisreduktion einklagen würden. Was tun? Das Küstenhinterland wollten wir auf alle Fälle noch besuchen. Und dann würden wir eben bis Devonport durchfahren. Diese kleine Rundfahrt über 90 Kilometer auf der B15 und C128 zum Leven Canyon hat sich gelohnt und mit dem Ärger in Ulverstone wieder versöhnt. Die Umgebung von Gunns Plains soll der einzige Ort in Australien sein, wo Hopfen angebaut werden kann Das wir in Gunns Plains Kalksteinhöhlen besichtigen könnten? Wir haben es nur registriert. Denn solche Höhlen kann ich auch in Deutschland sehen.
Sicher aber nicht den Blick von der Aussichtplattform in das Tal des Level Rivers. Über 100 Meter in der Tiefe sieht man den Fluss und bewundert wieder einmal die Kraft der Element, die einen solchen Canyon in Jahrtausenden kontinuierlicher „Arbeit“ geschaffen haben. Vom Parkplatz sind es nur 10 Minuten bis zur Plattform. Ein empfohlener Wanderweg durch den Canyon würde rund 10 Stunden dauern.
Wir waren etwas in Eile, wollten wir doch vor dem Abend noch in Devonport sein.
Über den kleinen, aber romantisch gelegenen Ort Forth sind wir dann auf landschaftlich wirklich schönen Wegen über Berge und durch Wälder nach Devonport gekommen. Aus unseren Accommodation Guide hatte uns meine Frau die „Mersey Bluff Lodge“ herausgesucht. Eine Unterkunft, die günstig in der Nähe des Ozeans, des Leuchtturms, der auf dem höchsten Punkt des Dolerits Hochlandes Mersey Bluff steht, des Aborigines Kulturzentrum und aller anderen möglichen Sehenswürdigkeiten liegt.
Wir mieteten ein Apartment zu einem Preis, mit dem wir in Ulverstone höchstens einem Caravanstandplatz bekommen hätten. Wohnraum, zwei Schlafräume. Küche, Bad, WC, kostenlose Nutzung der Laundry und des Autowaschplatzes. Wir werden uns hier sicher wohl fühlen.
So sind den überlaufenen Ortschaften Penguin und Ulverstone eigentlich sehr dankbar, dass dort nichts Passendes für uns frei war.