Fossil Bluff

Unser nächste Ziel hieß Fossil Bluff am Table Cape. Dazu mussten wir über schlecht ausgeschilderte Küstenstrassen in den Wynyard Distrikt fahren. Nach einigem Hin und Her, überraschenden Aussichtpunkten, nicht angegeben Sackgassen (Apex Lookout), unerwarteten Einbahnstraßen haben wir die Fossil Bluff Conservation Area gefunden. Sogar den historischen Leuchtturm am Cable Tape sind wir angefahren. Wynyard ist eine saubere, schön gestaltete und wohl ziemlich reiche Stadt. Jedenfalls lassen die vielen schicken Häuser nicht gerade Armut bei den 13 Tausend Bewohnern vermuten. Sogar einer der beiden Flugplätze der Nordwestküste liegt hier.

Fossil BluffFossil Bluff entstand als Folge eines Gletschers, der eine günstige tiefe Verweilstelle für Wale, Haie und prähistorische Säugetiere bot. Das ist als untere Stufe, also vor 500 Millionen Jahren, an dem Schichtenaufbau des freiliegenden Sandstein- und aufgetürmten Lavagestein- Kliffs zu sehen. Die mittlere Schicht (22 Millionen Jahre) ist eine Schicht mit Sedimentablagerungen der Füllgesteine Ton. Lehm und Sand. Natürlich lässt sich von Experten auch der prähistorische Wald mit Pinien und Myrtle der jeweiligen erdgeschichtlichen Epoche zuordnen. Es sollen hier die ältesten Beuteltierfossilien der Welt gefunden worden sein.

Wie mit einem Käsemesser wurde der Sandsteinfelsen „abgeschnitten“. So gibt die Natur in eine Höhe von 100 Metern ihre vorgeschichtlichen Geheimnisse preis. Das mit dem Käsemesser passt auch deshalb, weil es in Wynyard eine große Käsefabrik gibt.

Der Felsen des Fossil Bluff ist eine beliebet Startfläche für Paragliding. Und der große Parkplatz vor der Conservation Area dient als idealer Landeplatz. Von diesem Parkplatz führt ein Wanderweg hinauf zum Lookout. Natürlich ist die Aussicht von dort auf die interessanten Ausbuchtungen der Küste phantastisch. Aber Fossil Bluff, mit seinem rötlichem Gesteins Touch, lässt sich am besten von unten und von der gegenüber liegenden Seite bestaunen. Dem Nichtfachmann bringt allerdings der Weg bei Ebbe am Grund der Klippe nicht viel.

Wie gesagt, nun war Ebbe. Und der Küstenstreifen mit dem steinigen Untergrund war plötzlich nicht mehr so idyllisch, wird wohl deshalb auch nur bei Flut fotografieret.
Bei der Weiterfahrt profitierten wir in Sommerset, einem Ort vor Burnie, von der städtischen Konkurrenz und konnten unsere Bierreserve mit 30% Rabatt auffüllen.

Burnie - KircheBurnie (21T Einwohner) ist ein kommerzielles und industrielles Zentrum. Man fährt wohl fast zwei Kilometer bevor man das Stadtzentrum erreicht. Aber die Stadt besteht nicht nur aus der Hauptstraße. Weit in das bergige Hinterland dehnt sie sich aus. Die Entstehung und die Namensgebung hab ich schon bei der Highfield Story erwähnt. Fabriken, Eisenbahn, ein moderner Container Hafen und viele kleine Gewerke prägen das industrielle Gesicht der viertgrößten Stadt in Tasmanien. Einst beschäftigte die Papierindustrie der Stadt 3500 Menschen. „The Pulp“ war der Name eines gesuchten Qualitätspapiers. Heute arbeiten in der Papierfabrik noch rund 200 Menschen. Trotzdem ist die bedeutende Rolle für die Stadt geblieben. Vielleicht auch deshalb, weil man im „Creative Paper Tasmania“ noch die handgemachte Papierherstellung Kennen lernen kann.

Bei der Ortsdurchfahrt fällt die wunderschöne Brücke über den Emu River auf. Neben dem Titel „sauberste Stadt Tasmaniens“, neben der Papierfabrik und dem Käsegeschmackszentrum hat Burnie noch eine Attraktion.