Am Eingangstor Tasmaniens
Devonport ist eine schöne Stadt, ohne Hektik, mit schöner Umgebung und freundlichen Menschen. Es gibt keine ausgesprochenen Hochhäuser. Das macht aber die Stadt mit den überraschend vielen Einkaufsmöglichkeiten und den 20 Kirchen nur sympathisch. Alte Gebäude, die vor 1900 gebaut wurden, sind zu besichtigen.
Die meisten kolonialen Bauten entstanden aber erst nach 1900. Obwohl in der Stadt über 27 Tausend Einwohner leben ist das Verkehrsaufkommen erträglich. Regelrechte Staus haben wir nicht erlebt. Der Mersey River teilt Devonport in zwei Teile. Zwar sind die ehemaligen Orte Formby am Westufer und Torquay am Ostufer nunmehr eine Stadt, aber auch formell blieb diese Teilung nicht nur durch die Bezeichnungen West und Ost Devonport erhalten. Verbindungen zwischen den Stadtteilen bilden zwei Brücken und eine Fähre. Im Hafen legen außerdem täglich die Fähren Spirit of Tasmania 1 und11 aus Melbourne und die Fähre 111 von Sydney an. Die Überfahrt hat für die Australier Kultcharakter und wird dementsprechend als der unvergessliche Start einer Reise nach Tasmanien gepflegt. Die Hafenanlage, die sich am Ostufer des Mersey River befindet ist ziemlich beeindruckend. Besonders vor und beim Auslaufen der Fähre. Aber auch beim Eintreffen eines solchen Riesen.
Ähnlich wie beim Hell Gates nahe Strahan wurde auch hier bei der Einfahrt von der Bass Strait in den Mersey River eine Steinmauer als Navigationshilfe für die günstige Fahrrinne gebaut. Und an der Mündungsstelle liegt als Wellenbrecher eine Mole (Eastern Breakwater) aus mächtigen Steinen, die etwa 150 Meter weit in die See ragt. Darauf gibt es einen etwa 100 Meter langen Fußweg zu einer phantastischen Aussichtsplattform, zusammengesetzt aus Stahlteilen, die man sonst für den Brückenbau verwendet. Von dort hat man einen unübertroffenen Blick auf den Fluss, den Fährhafen, die Bass Strait und den Leuchtturm. Man sieht sogar die großen Zementsilos im Hafenbereich. Von der Stadtmitte geht ein Wander- und Radweg entlang dem Flussufer zunächst bis zum Leuchtturm. Und man könnte von dort ungehindert weiter laufen. Bis zur historischen Don River Railway Station. Die Züge von dort fahren in einer Schleife durch die herrliche Umgebung und kreuzen sogar in Devonport zwei Hauptverkehrsstrassen. Aber das klappt problemlos.
Nach Angaben im Stadtführer bietet der Ort dem Touristen insgesamt 20 Kilometer Wanderwege. Der beliebteste und bekannteste Weg führt von der Fähre zur Don River Railway Station. Man startet also in der Stadt nahe der Best Street und läuft auf einem guten Fuß- und Radweg entlang des Ufers des Mersey Rivers durch einen parkähnlichen Grüngürtel. Rosen über Rosen. Dazu jede Art von Büschen und natürlich auch Bäumen. Gegenüber an der Strasse stehen ein bis zweistöckige, meist weiß getünchte Wohnhäuser. Bald erreichen wir den Jack Ritter Pavillon, den Zielpunkt der jährlichen Apex Regatta, die 2006 am 5. März stattfinden wird. Weiter in Richtung der Aussichtsplattform winkt gegenüber vor einem Haus eine mächtige Segelschifftakelage. Bis 1920 war hier die Masters Residenz und die Lotsen Station. Heute beherbergt das Haus das See Museum der Stadt, das über die wechselvolle Walfangperiode Tasmaniens erzählt. Es ist ein angenehmes Laufen entgegen der leichten Brise von der Bass Street. An einigen Stellen “spart“ der Fußweg grüne Inseln, auf denen große Bäume wachsen aus. Und es gibt genügend Parkplätze, Rastplätze und Picknickmöglichkeiten. Natürlich hat Devonport wie jede andere Stadt auch reihenweise gepflegte Sportstätten. Und an einen solchen Komplex laufen wir auf dem Weg zum Mersey Beach vorbei. Mehr noch als das imposante Oval gefiel mir aber, wie auch in Melbourne, das Hockey Stadion mit dem Kunstrasen. So etwa nach zwei Kilometern teilt sich der Wanderweg. Am Mersey Beach, dem Badestrand der Stadt ist reges Treiben.
Aber alles ohne Hektik. Die Sonnenanbeter liegen auf dem Sand, aber auch in den Klippen. Im Wasser fröhlich planschende Kinder, etwas weiter zu den Felsen Kanuten und auch Taucher. Etwas zurück gesetzt befindet sich eine große Freilichtbühne. Und an der vorbei, einen Klippenweg folgend, wollen wir zum Leuchtturm, den wir schon von der Stadt und der Plattform gesehen hatten. Auf einem Schild wird an W.H. Borrows erinnert. Am 26. Mao 1929 spülte eine Welle ein Mädchen von den Steinen ins Meer. Der 23jährige Henry sprang hinterher, rettete das Mädchen und wurde von der nächsten Welle derart erfasst, dass er ertrank.