Das Gebiet, auf dem die Gebäude von Penny World stehen, war einst für die aufstrebende Stadt sehr wichtig. The Quarry (Steinbruch) liefert über viele Jahre die beliebten Bluestones für die Gebäude der schnell wachsenden Siedlung. Und von Lebensart verstanden die Tasmanier schon etwas. Dafür sorgte schon der hier lebende verarmte Adel aus dem Empire, die es fast alle zu etwas brachten.
So hat sich der „kleine“ Umweg zu den offiziellen Parkplätzen in der Corin Street für uns auch deshalb gelohnt, weil wir vom First Bassin, über das die längste Einzelsesselliftpassage der Welt (Warum auch nicht!) mit einer Spannweite von 308 Metern in 407 Meter Höhe führt, nach dem Main Walk zur ehemaligen Power Station mit dem Auto gefahren sind. Ohne Lift ist 1987 der Hochseilartist Alfons Bugler auf den Stahlseilen über das First Bassin „spaziert“. Gute Reklame für das Cataract Gorge.
Über das Bassin führt auch noch die Alexander Suspension Bridge, die man hoffentlich auf dem Bild gut erkennt. Auf der anderen Seite der Schlucht kann man zu mehreren Aussichtspunkten, mit jeweils einer anderen Perspektive auf das Naturdenkmal und auf die Stadt, über Stufen gelangen. Wobei der Cataract Lookout nicht zu empfehlen ist. Hohe Bäume erlauben nur schemenhaft einen Blick in die Umgebung. Bald kommt eine parkähnliche Fläche mit Restaurant, Aussichtsbereich und einem unvermeidlichen Musikpavillon (Band Rotunda), der sich aber sehr harmonisch in das Gesamtbild einfügt.
Auch der davor stehend kleine Brunnen, ein Glücksbrunnen, der zum Einwerfen von Münzen auffordert, passt zum Pavillon. Aber kein Froschkönig wird die Dollars wieder nach oben bringen. Auf der begrünten Fläche des Cliff Grounds zwischen der
Rotunda Seite und der Schlucht wachsen herrliche farbige Orchideen, stolzieren Pfauen. Der gut begehbare Main Walk führt am Nordufer des South Esk River zum Kings Bridge. Immer wieder mal eine Aussichtsplattform, dazu die steinigen Hänge der Dolerit Säulen, in die der Weg gehauen wurde, der Blick auf die Schlucht, den Fluss und auf den viel steileren und gewundenen Weg auf der anderen Seite, Wir sind an einem Freitag gegen 09.00 Uhr an der Sesselliftstation gewesen. Außer uns kaum ein Besucher. Als wir vom Rundgang zurückkamen, gegen 11.00 Uhr stand eine sehr lange Schlange Wartender vor der Station.
Unser Weg mußte natürlich dem Flussverlauf folgen und machte aus diesem Grund die beiden sehr scharfen Biegungen mit. Seit 1890 steht dieser Weg der Bevölkerung zur Verfügung. Vorn an der Kings Bridge, eine für die damalige Zeit ingenieurtechnische Meisterleistung, wurde nach Baubeginn in den ersten Jahren Wegezoll kassiert. Das Zollhaus steht heute noch. Als wir über die Brücke gingen fuhren unter uns gerade Boote der Cataract Gorge Cruises vorbei. Ausflugsschiffe, deren Sinn wir schon am North West Cape in WA nicht verstanden haben. Unter der Brücke auf der anderen Seite des Flusses sind noch die Reste eines Stromschnellen Kanals zu sehen, durch den Wasser zu einem ebenfalls früher bedeutenden Gebäude der Stadt, Ritchies Mill, geleitete wurde.
Diese schon 1836 erbaute durch Wasser betriebene Mahlmühle wurde im Laufe der 160 Jahre durch Anbauten, wie das Cafe, eine Mühlenausstellung, ein Delikatessenladen und natürlich eine Kunstgalerie erweitert. Auf alle Fälle ist Ritchies Mill ob vom Land oder vom Wasser sehenswert. Ab 1910 wurden die Silos zu einer Art Wahrzeichen der Stadt.
Nun hatten wir noch den Rückweg an der anderen Uferseite vor uns. Zick Zack Track, ein zwanzigminütiger Weg wird als rau, steil, durch Wasserrinnen gefährlich, an einigen Abschnitten ohne Geländer und nur für Wanderer geeignet beschrieben. Ich habe noch nie in Australien erlebt, dass dem Begriff Zick Zack nicht eine sehr steile, äußerst anstrengende Passage folgte. So auch hier. In einem Prospekt aus dem 20. Jahrhundert wurde der Track als “Lungentest für die Besucher“ bezeichnet. Aber die Mühen lohnen. Am Gipfel der Schlucht laufen wir an deren Rand zurück zum First Bassin. Man soll nicht vergessen sich ab und zu umzudrehen, um einen der schönsten Blicke auf die Stadt zu genießen. Als Lohn für die Anstrengungen ist das nur gerecht.
Und das Bild bei Nacht aus der Touristikinformation wollte ich dem Leser nicht vorenthalten. Hier oben auf dem Gipfel wachsen She Oaks. Das sind Kasuarine Gewächse, deren Blüten zu den bekanntesten Buschblüten gehören und in der Homöopathie zur Behandlung der weiblichen Sterilität eingesetzt werden. Wer sich intensiv mit dem Wirkungsspektrum beschäftigt kommt unwillkürlich zu der Überzeugung, dass an den Erfolgstatistiken sicher etwas dran ist.
Beim „Abstieg“ von dem Schluchtrand ist der Blick auf das First Bassin phantastisch. Auf grüner Wiese ein großer Pool mit hellblauem Wasser. Dahinter das First Bassin, begrenzt von der Alexandra Suspension Bridge, hinter der man einen kleinen Steinwall zur Wasserregulierung sieht Und über allem die Sessellifte der Drahtseilbahn. Ach so, Und natürlich hoppelten Kängurus auf Wiesen und Hängen.
Es lohnt sich, in der Stadt einige Tage zu bleiben. Mit dem Flugzeug erreicht man L. von Melbourne in 50 Minuten. Und natürlich kämpfen auch die Fährschiffe um ihre Kunden. Spirit of Tasmania I oder II fahren über Nacht nach Melbourne. Und da gibt es ja auch noch die 24 Stunden Fahrt mit Spirit III von und nach Sydney.