Eaglehawk Neck

Nun geht es weiter, mal bergauf, dann wieder bergab nach Sorell. Die letzte größere Ansiedlung vor der tasmanischen Halbinsel (Tasman Peninsula). Der Ort (1821), das ehemalige Pittwater, erinnert an Gov. Sorell. Die Legende besagt, dass Gov. Sorell den Ort sogar zur Hauptstadt Tasmaniens machen wollte Der wichtige Durchgangsort bei der Fahrt nach Port Arthur und zur Ostküste präsentiert rechts und links der Strasse koloniale Häuser, viele Antikgeschäfte und Obststände. Der imposante Damm über das Pittwater wurde 1866 fertig gestellt. Für fast 50 Jahre (1816 bis 1860) war Sorell die Kornkammer Tasmaniens. 20 Jahre beliefert man auch NSW mit Getreide. Das hat sich geändert. Heute ist Sorell ein bedeutender Lammfleischproduzent.

Sorell

In Richtung Port Arthur fahren wir durch eine schöne und abwechslungsreiche Landschaft. Mal flach, mal hüglig, mit einer weiten Sicht bis zum Mount Wellington. Durch die Ortschaften Copping, wo sich ein Kolonial- und Gefangenenmuseum befindet, und Dunalley erreichen wir die Brücke, die über den Denison Kanal auf die Halbinsel führt. Hier muß man aufpassen, weil der Arthur Hwy im Ort plötzlich scharf nach links abbiegt. Am Ufer der Blackman Bay steht das 1942 von einem Major Vischer errichtete Tasman Monument, eine Erinnerung an die Entdeckung der Insel 1642 durch Abel Tasman. Auf der Forestier Halbinsel nehmen Bewaldung und hüglige Beschaffenheit zu. Bald sind wir am Tasman Lookout und genießen die weite Sicht auf die Piraten Bay. Sehr deutlich erkennt man an den Gesteinen der Küste die geologischen Veränderungen der letzten Millionen Jahre. Und alles wird auf Tafeln anschaulich erklärt. Durch die Aktivität von Regen und Wind gelangten mit dem Wasser der ausgewaschene Sand und kleine Steine von der Westküste an die Ostküste der Halbinsel. Das ist die eigentliche Ursache für die frei gelegten vulkanischen Gesteinsformationen an der Westküste. Aus diesem Sand und Stein Gemenge entstand an der Ostküste Sandstein, der sich verfestigte. Doch die ständigen Kräfte der Natur erodierten auch diesen Sandstein zu. skurrilen Gebilden, wie Tasman Arch, Devils Kitchen oder Blowhole. Von der Höhe fahren wir in engen Serpentinen hinunter zum Eaglehawk Neck.

Mosaikstrassenpflaster an der Nordseite der PiratenbuchtDas berühmte Mosaikstrassenpflaster an der Nordseite der Piratenbucht haben wir erst nach Suchen gefunden. Hier formte die Natur in Millionen Jahren den Felsen zu einer Terrasse die aussieht, als habe sie ein Mosaikpflaster.
In Eaglehawk Neck standen früher Offiziersquartiere. Und die so sehr als historisch angepriesenen Gebäude entpuppten sich als Potemkinsche Dörfer. Touristen Lockung! Interessanter erschien mir da schon die berüchtigte „Dog Line“. Das ist eine Grenzlinie an der mit 410 Metern schmalsten Stelle der Halbinsel. Heute stellt sich Eaglehawk Neck als ein wunderschönes Erholungsgebiet, eine Oase für Wassersportler, vor. Nichts erinnert mehr daran, wie früher hier die Gefängnisaufseher mit ihren schonungslos abgerichteten Hunden patrouillierten, um jeden entflohenen Sträfling wieder einzufangen. Die Boote in der Bay, der sauberer und schöne Badestrand und im Hintergrund die bis zu 300 Meter hohen Klippen. Eaglehawk ist außerdem der Haupthafen der Charterboote für den Hochseefischfang. Besonders in der Thunfischfangzeit (Februar bis Mai) ist hier immer Hochbetrieb.

Tasman ArchMit einem kleinen Abstecher vom Convict Trail nach Süden erreichen wir auch bald die schon beschriebenen Sandsteinsehenswürdigkeiten. Der Bogen erscheint schon ziemlich alt und mürbe. Keiner weiß, wie lange er noch halten wird. Zumal auch die Abbrüche der Sandsteinformationen bei den 12 Aposteln ohne Vorwarnungen erfolgten. Aber man sieht, die Natur hat schon ein zweites Loch geschaffen. So eine Art Arch- Reserve. In der „Küche des Teufels“ brodelt es in der Tiefe. Heute ist die See ruhig. Trotzdem spritzt die Gischt aus der Tiefe ziemlich hoch. Und man ahnt, was hier bei Sturm los ist.