Rivers Run

Der Nebenweg des River Run
Eine der tasmanischen Touristenwege wird „Rivers Run“ genannt. Er zieht von Hobart neben dem Derwent River 170 Kilometer bis Derwent Bridge. Und bei New Norfolk zweigt eine kleine, aber asphaltierte Strasse nach Maydena ab. Diese 51 Kilometer dürfen sich ebenfalls Rivers Run nennen, da sie vom Tyenna River begleitet werden.Rivers Run - Derwent River

Schon kurz nach 7.00 Uhr starten wir in Hobart. Die Schokoladenfabrik in Claremont war in diesen frühen Morgenstunden kein Thema. So kann man einer Versuchung auch widerstehen. Bis New Norfolk ist freie Fahrt. Und wir staunen wie der bis dahin fast 200 Meter breite Fluss plötzlich bei den Stromschnellen schmal und eng wird. Die für tasmanische Verhältnisse historische Stadt weist eine ganze Reihe gut erhaltener kolonialer Häuser auf. Immerhin leben rund 6.500 Einwohner im 1807 gegründeten Ort. Als 1807 einige Siedler ihre Niederlassung auf Norfolk Island aufgaben, kamen sie ins Tal des Derwent River und gaben dem neuen Ort seinen Namen. Hier entstand das Zentrum des tasmanischen Hopfenanbaus. Mit 600 Acres stieg man gleich voll ein.

Matthew’s Anglican ChurchUnter den bemerkenswerten Gebäuden sind die älteste Kirche Tasmaniens, die St. Matthew’s Anglican Church (1823), zwei alte Pubs und das Oast House. Die Darre diente von 1876 bis 1969 zum Trocknen des Hopfens. Heute ist es ein Museum und eine Galerie. Das Gebäude liegt noch vor dem Ortseingang von New Norfolk. Etwas versteckt hinter einer Sportanlage. Und es ist interessant zu erfahren, wie zum Trocknen des Hopfens ständig mehrerer Öfen befeuert werden mussten, wie sich die Arbeiter zum Unterhalt dieses Feuers und zum ständigen Wenden der Dolden in vierstündigen Schichten Tag und Nacht abwechselten. Auffallend sind hier die vielen großen Pappeln. Ein beliebter Windschutz, den die Siedler in ganz Australien gern anpflanzten. Laut Prospekt steht der Ort besonders wegen des alten Baumbestandes unter nationalem Denkmalschutz. Auf unseren Weg nach Maydena verlassen wir ab New Norfolk den Lyell Hwy und fahren auf der B62 weiter. Da kommt auch schon die Abfahrt zu Salmon Ponds. Hier werden seit 1864 Lachse gezüchtet, die man dann in Flüssen aussetzt. Die Anlage hatte in der Frühe noch geschlossen.
Lachszucht Tasmanien

Aber ich glaube ein besseres Bild, als das aus der Informationsschrift hätte ich sowieso nicht machen können. Ach so! Natürlich sind die Lachsteiche die älteste Zucht der südlichen Hemisphäre. Auffallend die Steinmauern am Eingang der Lachsfarm. Wer schon mal in Malta war, kennt solche Mauern, die als Schutz des Ackerlandes vor dem Wind dort überall errichtet werden. Hier ist die Mauer aber wohl nur Dekoration. In einer Informationsschrift habe ich gelesen, dass die Fischfarmen Tasmaniens jährlich 3000 Tonnen Fisch, besonders Lachse und Forellen züchten.

Jetzt geht es weiter, mittlerweile auf der B61, nach Westen. Ausgedehnte Hopfenfelder zwischen Bushy Park und Glenora. Die landwirtschaftlich intensiv genutzte Gegend weist außerdem noch Obstbau auf. Und immer wieder Hinweise auf gute Lachsfanggebiete. Dazu diese Theaterkulisse. Grüne Wiesen, waldige Hügel und die majestätischen Berge im Hintergrund. Ein Idyll, zu dem die kleine Backsteinkirche in Plenty richtig passt. Wir fahren in ein großes, breites und lang gezogenes Tal. Ab dem Weingut Kinjara verlassen wir die Gesellschaft des Derwent River, der vom Norden kommt.