Maydena - Mt. Field NP

Nun begleitet uns der Tyenna River bis Maydena. Dieser Fluss ist der Geheimtipp für Forellenangler.
Die schnurgerade Strasse geht über die Hügel wie über Falten eines Stoffes. Auf den Wiesen stehen wohlgenährte Rinder. Immer noch sehen wir Hopfenfelder. Bald erreichen wir den kleinen Ort National Park. Dort steht ein Rasthaus. Hier ist der Startpunkt für viele Wandertouren in den Mt. Field NP. Aber es ist noch früh am Tag. Vielleicht finden wir ja in Maydena eine noch bessere Unterkunft. Und so war es auch. Wer jemals diese Tour macht sollte versuchen, den Bungalow in „The Wren’s Nest“ zu mieten. Noch heute denken wir an Tony und Roma Wells, die eine Wohnung zum Motelzimmerpreis vermieten. Drei Schlafzimmer, Küche, Bad, Toilette, Wäscheraum und ein über 40 m² großes Wohnzimmer. Luxus pur!

Unmittelbar vor unserer Unterkunft geht es auf einen der unbefestigten Wege zum Junee Cave. Das sollte unser erstes Ziel werden. Sah auf der Beschreibung so nah aus. Also eine Wanderung. Vorbei an einigen alten Häusern, über zwei Brücken sind wir schnell im Wald. Es war gut, dass wir unsere Pullover mitgenommen hatten. Die Gegend liegt eindeutig höher als Hobart. Es ist kälter und ein frischer Wind bläst uns entgegen Nach zwei Kilometern passen wir und holten doch das Auto. Jetzt ging es natürlich schnell. Vom Parkplatz führt ein Trampelpfad in einen „Farnwald“.
FarnDer Weg schlängelt sich da durch die bis zu drei Meter hohen Farne. Von einer kleinen

Brücke sehen wir auf den Bergbach, in dem kristallklares, aber eiskaltes Wasser plätschert. Und dann sind wir am Junee River, der sich gemächlich in seinem 4,5 Meter breiten Bett räkelt. Der Fluss entspringt in den Bergen des Mt. Field NP, an dessen Basis wir stehen. Eigentlich müsste dieser Fluss direkt in den Florentine River einmünden. Das tut er aber nicht. Urplötzlich verschwindet er ins „Nirgendwo“. Tasmanien ist ziemlich unterhöhlt. 60 große und zahlreiche kleiner Karst- oder Dolerit Höhlen sind bekannt. Und das Höhlengebiet Junee-Florentine im Südteil der Insel gehört dazu. Am Grund des Berges fließt der Fluss unterirdisch durch diese Höhlen bis hierher. Über eine geschützte Holzplattform mit Geländer laufen wir die tiefe Dunkelheit, wo das Wasser mit viel Gewalt und Getöse nach 30 Kilometer unteririschem Verlauf herausschießt. Solche Phänomene sind in 295 Höhlen im Karstsystem zu beobachten. Einige Höhlen haben nach dem Wasser ihren Namen. Wie „Growling Swallet“. Ein tiefer Schlund, in dem das Wasser mit grollenden Geräuschen hinunter stürzt und im Untergrund verschwindet. Sieht der Eingang zur Höhle nicht unheimlich aus?

Niggly CaveDie Höhle Niggly Cave liegt im Junee-Florentine- Gebiet. Mit einer Tiefe von 378 Metern ist sie die 745. tiefste Höhle der Welt. Da klingt „größte Höhle Australiens“ schon besser. Die dort gefundenen Fossilien, altertümlich Pflanzen, Reste von Tieren sind ein Eldorado für Archäologen. Die Höhlen sind natürlich auch der Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. Spinnen, Schlangen, Käfer, alle möglichen Pilze haben es gut in der totalen Finsternis. Die Schwärme von Zikaden kommen in der Nacht zur Futtersuche aus den Höhlen, wenn sie nicht vorher von Cave Spider, der größten tasmanischen Spinne, gefressen wurden. Nur Schnabeltiere haben wir nicht gesehen.

Der Junee River wird auch Pirates River genannt, weil er unterirdisch verschwindet und auf der anderen Seite des Berges wieder auftaucht. Und am Entstehen des Tyenna River ist er auch beteiligt. Eine Besonderheit dieses Flusses wäre noch zu erwähnen. Durch die Filterwirkung des Karstgesteins wird das saure Wasser gereinigt und neutralisiert.

Ein interessanter Ausflug. Auch weil wir in einem der Farne ein 7 cm rundes, unbewohntes Nest aus Moos und Gras fanden. Wer mag da gewohnt haben?
Der Name für den Ort Maydena stammt nicht von den Ureinwohnern. Das Wort bedeutet Schatten. Es ist wie viele anderen Ortsnamen von den Europäern in Anlehnung an die Ureinwohnerbegriffe vergeben worden. In einer Studie der Universität Graz habe ich die folgende Zusammenstellung gefunden:

Aboriginals Sprache