Der angegebene südlichste, mit dem Auto erreichbare Punkt Australiens, Cockle Creek, ist erreicht. Im 19. Jahrhundert hieß die Ortschaft Ramsgate. Das war zu der Zeit, als der Walfang noch große Bedeutung für die Entwicklung Australiens hatte. Fast 2000 Einwohner zählte der Ort damals. Neben der Walfangstation wurden hier auch durch einige Sägewerke die mächtigen Huon Pines zu Brettern verarbeitet. In den Kohlebergwerken wurde Steinkohle abgebaut. Man brauchte damals den Stützpunkt im Süden der Insel. Doch der Wunsch einiger Investoren, hier ein bleibendes Zentrum zu erbauen, erfüllte sich nicht. Heute soll es nur noch vier ständige Bewohner geben. Natürlich besitzt auch Cockle Creek einen Campingplatz. Und die „südlichste Bushaltestellen vor der Antarktis“. Aber noch ein Stück südlicher liegt mittlerweile der Boltons Campground. Jetzt ähnelt der weiterführende Weg einer Sandpiste mit Trampelpfad. Aber unser Nissan schafft den auch. Es gibt genügend Fahrrillen. Einmal von Campern, die sich um die Schilder „NO Camping!“ nicht kümmern. Und auch von Touristen, die zum Parkplatz vor der Wale Skulptur fahren. Am Parkplatz verhindern große Steine jegliche Weiterfahrt.
Da werden zwei Wanderwege angeboten. Einmal eine zwei Stunden Tour zum Fishers Point an der Recherche Bay und der zehnminütige Spaziergang zur Walskulptur. Am Recherche Point stehen noch die Ruinen des ehemaligen Leuchtturms, der 1835 nach einer Schiffshavarie erbaut wurde. Der damals dort lebende Leuchtturmwärter war wirklich der am südlichsten lebende Australier. Auf den in Cockle Creek beginnenden South Coast Track wird erst gar nicht hingewiesen. Diese Buschwanderung für Profis ist auf sieben Tage veranschlagt und führt, ohne richtige Wege, tief in den National Park.
Eine Kräfte zehrende und entbehrungsreiche Tour. Mit Recht sind die Touristen stolz, wenn sie die Strapazen überstanden haben. Und alle bestätigen, wie groß ihre Hochachtung vor den australischen Entdeckern der Anfangsjahre ist, seit dieser Tour. 90 Kilometer beträgt die Strecke. Und rund 1150 Wanderer kommen jedes Jahr zwischen Dezember und April. Der Flugplatz in Melaleuca ist Anfangs –oder Endpunkt der Tour. Vielleicht deutet das Bild aus dem „Great Walks of Tasmania“ in etwa die Beschwernisse an.

An der Whale Sculpture endete unser Ausflug in den Süden Tasmaniens.
Erlebnisreiche Tage in Hobart lagen hinter uns. Allerdings haben wir den Mt. Wellington erst kurz vor dem Rückflug besucht. Am Anfang unsere Tasmanienreise war das Wetter
am Gipfel nicht so optimal.
Morgen fahren wir weiter. Unser Ziel sind die Landschaften am Lake Gordon und Lake Pedder. Wir wollen die gerühmte Hochgebirgsatmosphäre, die National Parks und nicht zuletzt die tasmanische Energiegewinnung durch Nutzung der Wasserkraft vor Ort erleben.