Air Walk

Ab Geeveston folgen wir dem Wegweiser zum Tahun Forest Air Walk im Southwest Nationalpark Der Abzweig vom Huon Hwy ist bei Waterloo. Dicht stehen die Eukalyptusbäume an der asphaltierten Strasse. Im Huon State Forest stoppen wir am „Look-in Lookout“. Nur einige Meter von der Strasse sind Boiler und Winden zu besichtigen. Man hat hier mit Dampf die Winde, an der kleine Wagen hingen, betrieben. So wurden die riesigen und dicken Holzstämme aus der Tiefe und Wildnis des Waldes zur weiteren Verarbeitung transportiert. Ein in der Welt einmaliger 6 Foot Track. Nachdem die Stämme aus dem Tal auf der Arbeitsfläche waren, wurden sie mit der Wooden Tramway über eine sogar dafür gebaute Brücke weiter transportiert In diesem Wald gibt es 17 historisch wertvolle Holzschlagbereiche. Am Lookout ist der Wald mittlerweile 
Mother Myrtle, Riesige Bäume Natur belassen, ein Ancient Forest, der auf uns wie ein Märchenwald wirkt. So unbegehbar sah der Wald schon vor 200 Jahren bei der Ankunft der Weißen aus. Und von einer weiteren, allerdings kleineren Aussichtplattform sehen wir auf mächtige Mother Myrtle, Bäume die fast 500 Jahre alt sind. Die Borke ist rau und geriffelt, wie bei einem Krokodil. Auf 20 Tonnen Gewicht schätz man einen solchen Baum. Ich kann mir gut vorstellen, wie die „Boo-oo“ oder „Toot-toot“ Rufe damals durch die Stille des Waldes schallten. Rufe der Holzfäller, bevor wieder einer der Riesen fiel. So tönte es noch Anfang des 20. Jahrhunderts.

Wenige Meter weiter besichtigen wir einen anderen interessanten Abschnitt des Waldes. Hier dominieren tote und verbrannte Waldareale. Auf einer Informationstafel lesen wir, dass manchmal die Bäume ein Abbrennen regelrecht wünschen. Dann splittern sie von den Ästen und der Rinde kleine, leicht entflammbare Fragmente ab, die der Wind zum Boden bringt. Und in besonders heißen Jahreszeiten sondern die Bäume ein brennbares Gas ab, das sich in der Hitze entzündet. Es ist immer wieder faszinierend zu erfahren, welch Szenarien in der Natur ablaufen Die häufigsten Brände im Huon State Forest waren 1976. Doch Unkraut, Pilze, Farne, Ranken wuchern schon wieder bis zum Wipfel an den Stämmen. Die örtlichen Behörden klären die Besucher über die Regenerationsfähigkeit und die forstamtlichen Hilfen durch kleine Schilder auf. So ist vermerkt, wann der Zeitpunkt der Wiederaufforstung nach Brand oder Kahlschlag stattfand. War die zum Beispiel 1938, so kann man an der Höhe der Bäume sehr gut die Wachstumsgeschwindigkeit einschätzen. Den Big Tree Lookout erreicht man nach einem Fußmarsch von einem Kilometer. Ein riesiger Swamp Gum, auch Königs Eukalyptus genannt, Queen motherist von einer Metallplattform zu bewundern. Ein Zeuge der Vergangenheit. Die Aktionen der Holzfäller, viele andere Bedrohungen, selbst die Feuer von 1914,1934,1960 und 1967 hat er überstanden. Aber tiefe „Wunden“ an seinem Stramm zeugen vom Überlebenskampf. Und mit 87 Meter überragt die „Queen mother“ alle anderen Bäume des Waldes. Laut Gesetz sind in Tasmanien alle Bäume mit einer Höhe von über 85 Metern geschützt. Unser Big Tree wiegt 405 Tonnen. Der Umfang der Basis beträgt 6,2 Meter, in 10 Meter Höhe sind es 3,3 Meter und am Wipfel 1,4 Meter. Ein Riese unter den Bäumen. Allerdings eine Königin ohne Krone. Das Wipfelsterben der hohen Bäume lässt sich leider nicht vermeiden. Die oberen Baumteile sterben ab fallen nach unten. Unser Big Tree wird 2020 nur noch 84 Meter hoch sein. Weitere mächtige Stämme liegen unter der Plattform. Einer, der massiv bemoost ist, scheint wohl ungestört hier schon seit Jahrzehnten zu liegen.

air-walkWir haben dann noch als Einstimmung für den AirWalk am West Creek Lookout die steilen Hänge hinunter ins West Creek Valley bestaunt. Man schaut in ein ausgetrocknetes Bachbett. Und überall Gestrüpp, Gestrüpp!
Dann fuhren wir bis zum Visitor Centre und haben mit Erstaunen die Preise (17 Dollar pro Person) registriert. Das war uns zuviel. Auf ein mögliches Begehungszertifikat (weitere drei Dollar) hätten wir sowieso verzichtet. Sicher wäre es schön gewesen, über den Wipfeln der Bäume in das Tal und auf den Huon River zu sehen. Aber hätten wir wohl ein anderes Erlebnis als im Valley of the Giants bei Denmark in WA bekommen? Nein! Also verzichteten wir auf den Spaziergang in der Höhe, sparten 20 Euro, und hatten mit der Betrachtung des Bildes aus der Touristeninformation das gleiche Erlebnis wie der zwanzigminütige Spaziergang.