Der britische Adel

Nach Australien und Tasmanien kamen nach 1788 neben dem Militär, das zur Bewachung der Strafgefangenen benö-tigt wurde, neben freien Siedlern, die in dem neuen Land ihr Glück versuchten, neben Glücksrittern jedes Couleurs, neben Geschäftsleuten, die den neuen Markt  eiskalt kalkulier-ten auch eine Gruppe Briten, die dem Gouverneur und seiner Umgebung ausgesprochen willkommen waren.
Es handelt sich um verarmte oder in sonstigen Schwierigkeiten befindliche Adlige, die ohne Auftrag der britischen Regierung auch im neuen Land ihr Glück machen wollten.
Und an deren Beispiel wird die Klassenstruktur der Kolonie besonders sichtbar. Wenn ich an die unsäglichen Schwie-rigkeiten denke, unter denen viele Siedler in Australien oder Tasmanien starteten. Und dann die großzügigen, ja schon gönnerhaften Handlungen des Gouverneurs bei Landverga-be oder sonstiger Unterstützung. Junge Männer, die eindeu-tig dem veramten Adel angehörten und deren Karrieren in Großbritannien in irgendwelchen untergeordneten Funktionen in der Verwaltung oder der Armee geendet hätte, wurden ihnen wegen ihrer adligen Abstammung und ihrem Kommen von Großbritannien in Australia Tür und Tor geöffnet. Natürlich haben viele von ihnen ihre Chance genutzt, sind durch Fleiß und Diplomatie die gesellschaftliche Leiter nach oben geklettert und zum Teil als reiche Leute nach Großbritannien zurückgekehrt. Das wiederum spricht für ihren Fleiß und die Zielstrebigkeit.
Und solche Leute haben mit Recht und aus tiefster Über-zeugung alle Maßnahmen des Empire in Australia gut ge-heißen. Und sicher werden sie auch „God save the Queen“ überall wo möglich laut und deutlich gesungen haben. .
Denn die Strafgefangenenkolonie Australia hat ihnen Glück gebracht. Auch das sollte der Tourist immer im Auge behal-ten, wenn er Australien besucht.
Sie haben, eigentlich niemals wie fast alle Weißen in Aust-ralien weder damals noch heute protestiert, wenn wieder einmal Pogrome gegen die Ureinwohner geführt wurden.
Ein in Perth lebender ehemaliger Deutsche schrieb mir in einem Australienforum“!
Naja ist ja alles schön nett was man über die Aboriginals liest. Klar die haben unter den Briten am Anfang gelitten. Aber nun haben wir 2007!!! Respekt kann man nicht ver-langen.

Einige Tatsachen: Sie sind circa 3% der Bevölkerung und mit fast 50% in unseren Gefängnissen vertreten. Bei den Jugendlichen ist die Rate circa 80%. Letztens haben sie im Radio erwähnt von 53 Fällen wo Kinder Geschlechtskrankheiten hatten waren 52 Aboriginals. Wer zwingt sie glue, petrol oder paint zu inhalieren? Oder sich jeden Tag total voll zu saufen? Jeder zweite Raub, Überfall oder Vergewaltigung wird von denen ausgeführt. Ich habe die Faxen dick von denen. Natürlich gibt es nette wie überall aber im Grossen und Ganzen haben die “a ship on the shoulder”. Da ich oft genug in deren Communities gearbeitet habe, muss ich sagen dass die Reinrassigen ohne Alkohol und Englisch Kenntnissen meist gute Menschen waren. Die Gemischten aber sind die Schlimmsten.


Mit glue (Cyanoacrylat in Klebstoff), und paint (Farbe) meint der Autor die Schnüfflersüchtigen, die wir auch in Deutschland kennen.
„Ship on the shoulder“ ist ein Slang für „sehr empfindlich!“
Ich verhehle nicht, dass fast 80% der Australier, mit denen wir gesprochen haben, dieser Auffassung sind. Und natür-lich hat er recht, wenn er schreibt: Wir leben in 2007. Aber soll ein Außenstehender deswegen nicht der Welt erzählen, wie es war und was daraus geworden ist? Bis auf wenige Repräsentanten, mit denen ich in DU zu tun hatte, wissen auch die Politiker keine rechte Lösung. Und ich bin deren Meinung, dass die unbedingte Förderung der Bildung von Kindern des Aboriginal People der einzig machbare Weg oder Ausweg ist.

Ich aber bin Deutscher, will mich auf keinen Fall in australische Angelegenheiten einmischen. Doch den Weg von Australia seit 1788 in Sachen Rassenpolitik kommentieren, dass darf jeder. Und auch der Meinung sein, dass da die Wurzeln für das mit Recht kritisierte heutige Verhalten vieler Ureinwohner liegt. Unter den weißen Australiern sind auch mir die Alkohol freien Reinrassigen die Liebsten. Auch wenn sie „a ship on the shoulder“ haben.

Denn eines ist auch sicher. Der rasante Weg von Australia im 20. Jahrhundert von einer Strafkolonie zu einer wirtschaftlichen  Weltmacht wäre ohne die Schrittmacher-dienstet der oben erwähnten Männer der ersten Stunde viel-leicht so nicht möglich gewesen.
Aber sie prägten eine Politik der britischen Stärke und Erbarmungslosigkeit besonders gegenüber dem Aboriginal People. Gegen die Ureinwohner, die heute bei über 80% der weißen Bevölkerung nur noch Gleichgültigkeit oder Unzufriedenheit hervorrufen.
Natürlich wurde im Rahmen der Reconciliation viel unter-nommen, viel geplant und Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt. Aber ethnologisch geschulte Berater scheinen die Politiker in Canberra nicht zu haben.
Australien hat sich mit Glück und Können in die erste Reihe der Industrienationen empor gearbeitet.