Apsley National Park

Das Wetter besserte sich zunehmend. Der Versuch, den Apsley National Park zu besichtigen, könnte von Erfolg gekrönt sein? Dachte ich, da ich aus einer Beschreibung wusste, nach vier bis fünf Kilometern in Richtung Elefanten Pass geht eine Strasse nach Süden, die „MG“ Road, ab, auf der man nach 30 Kilometern den Apsley Myrtle Car Park erreicht. Wir haben kein Hinweisschild dafür gefunden. Heute weiß ich, nachdem ich in der Parkinformation gelesen habe, dass diese Strasse eine unbezeichnete Gravel Road ist. Ohne Ortskenntnis muß der Tourist diese Abfahrt verpassen. Ich hatte die Geröllpiste für die Zufahrt zu einer Farm gehalten. Bald haben wir den Auffahrtsteil zum Pass gefahrlos überstanden. Nun sind wir auf der „Elefantenhöhe“. Dort befindet sich eine Gasstätte. Der Parkplatz davor ist leer. Und der Hinweis, dass man zur Abfahrt 45 Kmh empfiehlt, ist mehr als berechtigt.

Es geht nicht nur steil hinunter, nein, der Nebel nimmt leider auch wieder zu. So hatte es keinen Zweck an den Parkflächen mit den Lookouts bei der Fahrt zum Tasman Hwy anzuhalten. Bald sind wieder Täler zu sehen. Zur rechten führt die Strasse dicht an den Bergen lang und links auf den Wiesen und Weiden tummeln sich Rinder und Schafe, gemütlich fressend so im Regen, als ob es kein schlechtes Wetter gäbe. Schätze, die sind sonst noch Schlimmeres gewöhnt.
Am Straßenrand warnt erneut ein Crashmarker. Das ist ein Schild mit roten Querbalken, der vor einem Verkehrsunfall warnt, Unter dem schwarzen Querbalken steht die Zahl der tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer. Seit 2004 gibt es das CRSP (Community Road Safety Partnership)– Programm in Tasmanien, um die Strassen sicherer zu machen. Ob sich jemand daran hält? 2006 habe ich in einem Australien- Forum einen Appell an die Flip Flops Fans, wegen des Fahrens mit Badelatschen oder barfuss gerichtet. Ich habe nicht gerade begeisterte Zustimmung hervorgerufen. Und viele waren der Meinung, dass sie trotzdem sicher fahren.

Wieder auf dem Tasman Hwy sind wir an East Coast Nature World, einem Tierpark, der allen tasmanischen Tierarten Lebensraum bietet, vorbeigefahren. Erstens regnete es noch stark, zweitens hatten die mit Sicherheit keinen tasmanischen Tiger.
Und dann kamen wir doch noch zu unserem Besuch im Douglas Apsley NP. Wenige Kilometer vor Bicheno führte die ausgeschilderte Rosedale Road zum Südteil des Nationalparks. Vom Parkplatz waren es nur wenige Meter zum Campingplatz und dem Apsley Waterhole am Apsley River. Hier endet auch der berühmte Leeaberra Track. Das ist ein 2 ½ Tag Marsch vom Nordteil des Parkes zum Waterhole. In den Informationen liest man, dass der Weg von Nord nach Süd gewählt wurde, um die Verbreitung einer besonders aggressiven Pilzart, die die Wurzeln junger und älterer Bäume zerstört, nach Norden einzudämmen. Diese Pilze (Phytophthora cinnamoni) gibt es jetzt auch in Tasmanien. Deshalb die Aufforderung in vielen NP’s sich öfters die Schuhsohlen zu reinigen und auch die Autos vom Dreck oder Matsch zu befreien. Das Absterben der Bäume heißt auf Englisch „tree dieback“ oder „tree die off“ und auch „tree decline“. Zur Vereinfachung nennen die Australier diesen Pilz „Dieback“.
Der Park bewahrt viel Hektar urwüchsiges Tasmanien. Über die Hälfte aller Eukalyptusarten Tasmaniens wachsen hier. Und für Säugetiere, Reptilien und 65 Vogelarten ist der Park ein sicherer Lebensraum.

Oyster Bay PinieAls echte Besonderheit ist im Park die Oyster Bay Pinie anzutreffen. Eine der 11 Koniferenarten in Tasmanien. Auch das Wachstum des seltenen Barbers Gum wird im National Park geschützt. Das ist ein niedrig bleibender Baum mit weicher, weißer Rinde., sehr tolerant gegenüber Spätfrösten Der Park hat die Jahre des Raubbaus durch die Menschen, die Rodungen, die Kohleförderung durch eine gezielte Wiederaufforstung ganz gut überstanden.
Sehr gefallen hat uns beim kurzen River Walk ein wunderschön gelegener Picknickplatz, den wir natürlich nutzten. Und so sahen wir auch noch die seltene South Esk Pine, die hier am Ufer des Flusses wächst.

Trotz Wanderbeschränkung durch das Wetter blieb vom „Nationalpark der Wälder und kleinen Wasserfälle“ ein guter Eindruck in unserer Erinnerung. Und weiter ging die Fahrt nach Süden.
Bicheno, heute ein bekannter und beliebter Ferienort, war schon 1830 ein gesuchter Anlegplatz für Walfänger und Seehundjäger. Kurzzeitig diente der Ort auch als Hafen für Kohletransportschiffe. Denn in der nahe gelegenen Denison River Mine förderten Sträflinge Steinkohle. Heute haben die legendären Strände, die Ausflüge zu den Pinguinsiedlungen auf Diamond Island zwischen August und November, das Blowhole und die vielfältigen Tauchmöglichkeiten Bicheno zu einem malerischen Fairy PinguinsTouristikmittelpunkt gemacht. Gefallen haben mir auch die lustigen Namensgebungen, wie zum Beispiel die „lila Villa Bridge“. Das Bild von den nur 30 cm groß werdenden niedlichen „Fairy Pinguins“ ist von der Touristik Information der Ostküste.