St. Helens und The Bay of Fire
Nachdem wir, zufrieden mit der Unterkunft, die Sachen eingeräumt hatten, fuhren wir zum Hafen. Es war ein milder Abend und die klare Sicht veranlasste uns noch, einen der gerühmten Strände an der Binalong Bay aufzusuchen.
Hier merkten wir den Unterschied zwischen dem durch die George Bay geschützten Hafen in St. Helens und der Küste, direkt an der Tasmanischen See. Ziemlich bewegtes Wasser, Wellen und ein sehr frischer kalter Wind. Uns fröstelte.
An der Binalong Bay beginnt der Wanderweg entlang der Bay of Fires. Nach 40 Kilometern, vorbei an vielen herrlichen Stränden und Aussichtpunkten, würde man so das Eddystone Lichthaus erreichen.
Wie stehen auf einem ins Meer ragenden Landzipfel, der so zwei Buchten bildet. Die nördliche Binalong Bay und die südliche Skeleton Bay. Die angeblich so erstrebenswerten Strände habe ich nicht gesehen. Wir sind noch einen ausgeschilderten Wanderweg in die Humbug Point Nature Recreation Area gelaufen. Über eine nette Holzfußbrücke gelangten wir zur windgeschützten Erholungsfläche. Viele Familien mit Kindern genossen den milden Abend. Dieses Heideland bietet allerlei Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Picknick und Tauchen natürlich eingeschlossen. Weiter auf der Main Road fuhren wir in Richtung Boat Harbour Point. Und wie dieser Name schon sagt dominieren hier Parkplätze für Autos mit Bootsanhängern, eine Jetty, eine Mole und die unvermeidliche Bootsrampe. Und eine Bronzestatue. Eine Meerjungfrau, die nach Meinung der Touristenbüros den Besucher anlächelt. Naja! Auch in Under Down Under sind die Gedanken sicherlich frei! Und auch Mona Lisa lächelt ja nicht gerade herzerfrischend.
Ein Trampelweg führt durch stachliges Niedergewächs entlang des Randes der Klippen, mal sandig, mal steinern, mal holzig zur Skeleton Bay, die man von der Höhe ganz gut einsehen konnte. Insgesamt eine ziemlich unwirtliche Gegend. Und die versprochenen Ausblicke waren auch nicht das, was man erwartete.
Wir kletterten auf den roten Steinen unterhalb des Boat Harbour Point herum, beobachteten, wie ein Fischer sein Boot wieder an Land holte, da der Wellengang zu hoch war, und sahen von hier zum Binalong Bay Beach und weiter auf die schier unendliche Küste der Bay of Fire Von dieser rot gestreiften Steinen, die in der Morgensonne herrlich funkeln, stammt der Name Bay of Fire aber nicht. Die Rotfärbung wird durch metallische Einschlüsse in den riesigen Granitblöcken und durch Algen hervorgerufen.
Zwischen dem Skeleton und dem Eddystone Point lebten bis 1803 zwei Aborigines Völker, die von den Weißen getötet oder vertrieben wurden. Als 1793 Cook zum zweiten Mal in die südliche Hemisphäre segelte, verloren sich die Schiffe „The Revolution“ und „The Adventure“ im dichten antarktischen Nebel. Der Kommandant der Adventure Kapitän Furneaux erforschte daraufhin selbstständig die Ostküste Tasmaniens. In nur 26 Tagen legte er 3200 Seemeilen von Nord nach Süd zurück. Als er nach drei Monaten in Neu Seeland wieder mit Cook zusammen traf erzählte er von der Ureinwohnern im Norden der Ostküste, von einer großen lang gestreckten Bay, an der die Ureinwohner am Abend, wohl aus langer Weile, viele große Feuer entfachten. Das ist geschichtlich überliefert. Wer aber dann den Namen „Bay of Fire“ festlegte ist unbekannt. Auf alle Fälle bezeichnen die Bewohner von St. Helens die Bay of Fire als den zweitschönsten Strand der Welt. Und als ich nach dem besten fragte, meinte die Dame im Visitor Centre „Oh da gibt es viele, die sich darum streiten!“ Offenbar wollte niemand den Titel „zweitbester Strand der Welt“. Den rekordsüchtigen Tasmaniern reichte das aber. Allerdings waren die angekündigten reichhaltigen Informationen zur Geschichte der Gegend im Visitor Centre eher dürftig.
An diesem Abend fotografierten wir noch die Unendlichkeit des Strandes beim Lauf entlang der Bay of Fire.
Langsam wurde es kühler. Und der Wind frischte immer mehr auf. Also fuhren wir zurück in den Caravan Park.
Für alle die auch mal gerne zuhause Urlaub machen noch eine Empfehlung für Urlaub in Oberbayern